Was ist CBD?

Beginnen wir mit der wohl grundlegendsten Frage: „Was ist eigentlich CBD?“ Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der Begriff Cannabidiol. Dabei handelt es sich um ein Cannabinoid, das mit Hilfe der CO2-Verdampfungsmethode aus der weiblichen Cannabis-Pflanze gewonnen wird. Damit gehört CBD zur gleichen Stoffgruppe wie das ungleich bekanntere (Tetrahydrocannabinol) THC. Im Gegensatz zu THC hat Cannabidiol jedoch einen anderen Wirkmechanismus. Der größte Unterschied zwischen THC und CBD besteht darin, dass CBD nicht psychotrop wirkt.

Wenn Du CBD Öle oder CBD Liquids zu Dir nimmst, kommt es also nicht zu Rauschzuständen oder ähnlichen halluzinogenen Zuständen, wie sie etwa der psychoaktive Wirkstoff THC mit sich bringt. Studien belegen, dass der Wirkstoff im menschlichen Körper an zahlreichen Rezeptoren andockt und an entsprechend vielen Orten aktiv werden kann. Speziell durch seine potenziell entkrampfende, angstlösende und entzündungshemmende sowie anti-psychotische Wirkung birgt CBD ein großes medizinisches bzw. gesundheitliches Potential.

Die Geschichte von CBD

Über die Wirkung der Hanfpflanze weiß die Menschheit bereits seit Jahrtausenden bestens Bescheid. Seit Menschengedenken schätzt man die darin enthaltenen Cannabinoide, von denen man natürlich noch nichts wusste, als bewährtes Hausmittel gegen allerlei Beschwerden. Mit der aufkommenden Marihuana-Prohibition zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Verschwinden des Nutzhanfs aus der Industrie ging auch viel Wissen verloren.

Auch wenn nur THC-haltiger Hanf verboten war, fristeten auch Sorten, die über kein THC, dafür aber einen hohen CBD-Anteil (10%, 15%, 20%) verfügen, ein Nischendasein. Bis zur Entdeckung bzw. der Widerentdeckung der positiven Effekte von Cannabidiol war es ein langer Weg. Anbei ein kurzer Abriss der Geschichte des CBDs von seiner „Entdeckung“ bis heute.

  • 1940 – Wieder(-entdeckung) von Cannabidiol: Einigen Chemikern der University of Illinois gelang es, Cannabidiol aus einer Cannabispflanze zu extrahieren. Auch wenn die Forscher CBD damals noch als giftig einstuften und den positiven Nutzen ausschlossen, ist das Jahr 1940 der Grundstein der modernen CBD-Forschung.
  • 1963 – Ermittlung der chemischen Zusammensetzung: Über 20 Jahre nach der Entdeckung gelang es dem Chemiker Raphael Mechoulam, die chemische Struktur von CBD aufzuschlüsseln. Fun Fact: Die gleiche Forschergruppe der Hebräischen Universität Jerusalem entschlüsselte noch im gleichen Jahr auch den chemischen Code von THC.
  • 1973 – Entdeckung des medizinischen Potentials: Im Rahmen eines Tierversuchs konnten brasilianische Forscher den Nachweis erbringen, dass CBD Epilepsie-Symptome lindern kann und angstlösende Eigenschaften hat. Im Zuge weiterer Forschungsreihen in den 1970ern kam die Entdeckung des Potentials bei der Behandlung von Schlafstörungen und Übelkeit hinzu.
  • 1980-1995 – Entdeckung der anti-psychotischen Wirkung: In einem rund 15-jährigen Zeitraum forschte man an der anti-psychotischen Wirkung von CBD Öl. Einen ersten Versuch am Menschen gab es im besagten Jahr 1995.
  • 2000-heute – Legalisierung von Cannabis: Die Ergebnisse der medizinischen Forschung haben seit Mitte der 1990er- zu einer wahren Legalisierungswelle vor allem für Cannabis-Sorten und Cannabis-Produkte geführt, die hauptsächlich CBD enthalten und einen gewissen THC-Grenzwert nicht überschreiten. Und wie Du siehst, kannst Du heute CBD Produkte in allen möglichen Formen in der Drogerie und dem Internet kaufen.

 

Ist CBD in Deutschland legal?

Wir haben die Antwort auf diese Frage eigentlich schon vorweggenommen: Ja, CBD als Wirkstoff ist anders als THC in Deutschland legal. Nichtsdestotrotz wollen wir an dieser Stelle ein wenig detaillierter auf die Rechtslage eingehen, die sich zum Teil erheblich von unseren Nachbarländern unterscheidet. Und nein, damit meinen wir nicht die Niederländer. Cannabidiol ist als nicht-psychoaktiver Stoff legal und für die Nutzung als Nahrungsergänzungsmittel, Medizin- und Kosmetikprodukt zugelassen.

Manche CBD Produkte, die ausschließlich medizinischen Zwecken dienen, sind laut Gesetz aber sowohl apotheken- als auch rezeptpflichtig. Diese muss Du Dir also von Deinem Arzt verschreiben lassen. Beim Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel bzw. Kosmetikprodukt besteht keine dieser Pflichten. Aus Gründen der rechtlichen Sicherheit verkaufen die meisten Händler CBD Öl oder CBD Liquids sowohl offline als auch online lediglich an Personen über 18 Jahren.

Interessant sind aber vor allem die Grenzwerte von Cannabisprodukten, zumal viele CBD-Produkte allein aus biologisch-chemischen Gründen geringe Spuren von THC aufweisen. Hierzulande gilt eine gesetzliche Höchstgrenze von 0,2 Prozent THC. Unterhalb dieser Grenze kannst Du CBD-haltige Produkte aktuell frei und legal erwerben. Oberhalb dieser Grenze unterliegen Cannabis-Produkte der bereits angesprochenen Rezept- und Apothekenpflicht. Aber keine Angst, nur weil ein wenig THC in vielen CBD-Produkten steckt, bedeutet das noch lange nicht, dass Du eine Wirkung spürst.

Zum Vergleich: Eine konventionelle Cannabissorte, die von Konsumenten ihrer psychoaktiven Wirkung wegen geraucht wird, hat meist zwischen 10 und 25 Prozent THC. Es handelt sich also um einen Bruchteil der Konzentration, die einen merklichen Effekt hat. In der Schweiz gilt für Cannabis-Produkte übrigens ein Grenzwert von 1 Prozent. Das ist immerhin das Fünffache und aus der Schweiz sind in den letzten Jahren auch noch keine Horrormeldungen über die Alpen geschwappt.

 

Der Unterschied zwischen CBD und THC

CBD und THC sind die beiden am häufigsten in der Cannabispflanze vorkommenden Cannabinoide. Wie bereits erwähnt, ist THC eine psychoaktive Substanz, die die aus Film und Fernsehen bekannten Rauschzustände hervorruft. CBD ist hingegen nicht psycho-aktiv. Ganz im Gegenteil, denn durch seine spezielle chemische Struktur ist CBD sogar ein Gegenspieler von THC.

Das bedeutet, dass CBD beispielsweise auch das „High-Gefühl“ des THCs neutralisieren kann. Dies geschieht dadurch, dass CBD den sogenannten CB2-Repzeptor aktiviert. Gleichzeitig erfolgt eine Blockade des CB1-Rezeptors, an den normalerweise THC andockt. Ein Grund mehr, warum ein geringer THC-Anteil in CBD Produkten von Seiten des Gesetzgebers als unbedenklich eingestuft wird.

Wie wirkt CBD im Körper?

Die Forschung der vergangenen Jahrzehnte hat im Rahmen von Tierstudien sowie etlichen Versuchsreihen am Menschen erwiesen, dass z.B CBD Öl ein großes medizinisches Potential bietet. Dieses Potential geht hauptsächlich auf drei derzeit bekannte Wirkmechanismen zurück.

Mit Cannabidiol gegen Schmerzen

Kennst Du eines der wohl ältesten Schmerzmittel, das bereits die alten Ägypter, Griechen und Chinesen kannten? Nein? Es ist die Vanille-Pflanze. Genau genommen sind es die darin enthaltenen Vanilloide, die schon seit Jahrtausenden zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt werden. Und warum? Weil unser Körper nur so mit Vanniloid-Rezeptoren gespickt ist.

Diese sitzen an den Endigungen unserer Nerven und funktionieren unter anderem als Schmerzrezeptoren. Das betrifft vor allem die sogenannten Vanilloid-Rezeptoren des Typen 1 und 2. Interessanterweise docken aber nicht nur Vanilloide an diese Rezeptoren an, sondern auch CBD. Ferner kann CBD laut diversen Studien ebenso eine schmerzstillende Wirkung haben wie die ebenfalls seit Urzeiten bekannte Vanille.

Durch Tierversuche konnte man zudem herausfinden, dass CBD auch auf die Glycin-Rezeptoren wirkt. Diese sind Vermutungen von Medizinern zur Folge zumindest mitverantwortlich für die Unterdrückung von chronischen Schmerzreizen. Nach aktuellem Stand kann Cannabidiol über zwei unterschiedliche Mechanismen schmerzlindernd wirken.