Sehnenentzündung: So behandelst du sie richtig

Eine Sehnenentzündung entsteht häufig, wenn eine Sehne wiederholt oder ungewohnt stark belastet wird. Typische Anzeichen sind örtlich begrenzte Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Beschwerden bei bestimmten Bewegungen. Betroffen sein können unter anderem Schulter, Ellenbogen, Handgelenk, Knie und Achillessehne.

Hinter länger anhaltenden Sehnenschmerzen steckt allerdings nicht immer eine klassische Entzündung. Häufig ist die Belastbarkeit der Sehne vermindert und das Sehnengewebe verändert. Erfahre hier, wie Du eine Sehnenentzündung erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen und wie Du Deine Sehnen im Alltag und beim Sport schützen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Sehnenentzündung – Auf einen Blick

  • Was ist eine Sehnenentzündung? Bei einer Sehnenentzündung ist die Sehne gereizt oder entzündet; bei länger anhaltenden Beschwerden liegt häufig eine sogenannte Tendinopathie vor.
  • Wie macht sie sich bemerkbar? Typisch sind bewegungsabhängige Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Steifigkeit und eine eingeschränkte Belastbarkeit.
  • Was verursacht entzündete Sehnen? Häufig entstehen die Beschwerden durch wiederholte Bewegungen, eine ungewohnte Belastung oder eine zu schnelle Steigerung des Trainings.
  • Wie wird eine Sehnenentzündung behandelt? Die auslösende Belastung wird zunächst reduziert und anschließend durch individuell angepasste Übungen schrittweise wieder aufgebaut.
  • Wie lange dauert die Heilung? Leichte Reizungen können innerhalb weniger Wochen abklingen, während länger bestehende Tendinopathien mehrere Monate benötigen können.

Was ist eine Sehnenentzündung?

Sehnen bestehen aus festem Bindegewebe und verbinden die Muskeln mit den Knochen. Sie übertragen die Muskelkraft auf das Skelett und ermöglichen dadurch Bewegungen. Bei jedem Schritt, Griff oder Sprung müssen sie Zugkräfte aufnehmen und an die jeweilige Belastung angepasst weiterleiten.

Der Begriff Sehnenentzündung wird im Alltag für unterschiedliche Sehnenbeschwerden verwendet. Medizinisch ist jedoch eine genauere Unterscheidung sinnvoll:

  • Tendinitis: akute entzündliche Reaktion innerhalb oder im Umfeld einer Sehne
  • Tendinopathie: übergeordneter Begriff für Schmerzen, Funktionsverlust und eine verminderte Belastbarkeit der Sehne
  • Tendinose: strukturelle Veränderungen des Sehnengewebes, bei denen eine Entzündung nicht im Vordergrund steht
  • Tendovaginitis: Entzündung der Sehnenscheide, die bestimmte Sehnen wie eine schützende Hülle umgibt

Bei plötzlich aufgetretenen Beschwerden kann eine entzündliche Reaktion beteiligt sein. Bestehen die Schmerzen schon länger, handelt es sich dagegen häufig um eine Tendinopathie. Eine reine Entzündungshemmung reicht dann meist nicht aus, weil die Sehne ihre Belastbarkeit schrittweise zurückgewinnen muss.

 

Sehnenentzündung oder Sehnenscheidenentzündung?

Eine Sehnenscheidenentzündung betrifft nicht in erster Linie die Sehne selbst, sondern deren schützende Hülle. Sehnenscheiden befinden sich vor allem dort, wo Sehnen über Knochen oder durch enge anatomische Bereiche gleiten – beispielsweise an Händen, Handgelenken und Füßen.

Typisch für eine Sehnenscheidenentzündung sind Schmerzen bei Bewegung, Schwellungen und mitunter ein fühlbares Reiben oder Knirschen. An den Fingern kann eine eingeengte Sehne zudem zu einem sogenannten Schnappfinger führen.

 

Ursachen einer Sehnenentzündung

Sehnen passen sich an regelmäßige Belastungen an. Steigt die Beanspruchung jedoch schneller, als sich das Gewebe anpassen kann, entsteht ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit. Die Folge können Schmerzen, Steifigkeit und eine eingeschränkte Funktion sein.

Dabei muss nicht immer ein einzelnes Ereignis vorausgehen. Viele Sehnenbeschwerden entwickeln sich schleichend durch häufig wiederholte Bewegungen im Sport, Beruf oder Alltag.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • eine schnelle Steigerung von Trainingsumfang oder Intensität
  • ungewohnte Lauf-, Sprung- oder Wurfbewegungen
  • zu kurze Erholungsphasen zwischen Belastungen
  • einseitige oder häufig wiederholte Arbeitsabläufe
  • schweres Heben, starkes Greifen oder häufiges Drehen
  • ungünstige Bewegungsabläufe oder eine ungeeignete Technik
  • ein Wiedereinstieg mit zu hoher Intensität nach einer Pause
  • wenig belastbare oder schnell ermüdende Muskulatur
  • schlecht sitzendes oder ungeeignetes Schuhwerk
  • Fußfehlstellungen und andere biomechanische Faktoren
  • altersbedingte Veränderungen des Sehnengewebes
  • Rauchen oder ein höheres Körpergewicht

Auch Erkrankungen wie Diabetes, Gicht und rheumatische beziehungsweise autoimmune Erkrankungen können Sehnenbeschwerden begünstigen. Bei entsprechenden Vorerkrankungen sollte daher nicht ausschließlich von einer mechanischen Überlastung ausgegangen werden.

 

Medikamente als möglicher Risikofaktor

Bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone können das Risiko für Sehnenschäden und Sehnenrisse erhöhen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion und Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide erhalten.

Treten während oder nach der Einnahme eines Fluorchinolons Sehnenschmerzen oder Schwellungen auf, solltest Du die betroffene Region nicht weiter belasten und zeitnah die behandelnde Praxis kontaktieren.

 

Symptome einer Sehnenentzündung

Eine Sehnenentzündung macht sich häufig durch örtlich begrenzte Schmerzen bemerkbar. Diese treten vor allem auf, wenn der zugehörige Muskel angespannt, die Sehne gedehnt oder die betroffene Stelle belastet wird.

Mögliche Symptome sind:

  • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen
  • Druckempfindlichkeit entlang der Sehne
  • Anlauf- oder Belastungsschmerzen
  • Steifigkeit nach Ruhephasen
  • eine eingeschränkte Beweglichkeit
  • verringerte Kraft oder Belastbarkeit
  • eine leichte Schwellung oder Verdickung
  • Überwärmung oder Rötung bei einer akuten Entzündung
  • Reiben, Knirschen oder Knarren bei Bewegung
  • Ruhe- oder Nachtschmerzen bei stärkeren Beschwerden

Bei einer Tendinopathie lassen die Schmerzen während des Aufwärmens manchmal vorübergehend nach. Häufig kehren sie nach der Aktivität oder am folgenden Morgen zurück. Die kurzfristige Besserung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Sehne wieder uneingeschränkt belastbar ist.

Die Beschwerden können denen einer Gelenk-, Muskel- oder Schleimbeutelerkrankung ähneln. Eine sichere Selbstdiagnose ist daher nicht immer möglich.

 

Wo treten Sehnenentzündungen häufig auf?

Da sich Sehnen im gesamten Körper befinden, können die Beschwerden an unterschiedlichen Stellen auftreten. Besonders häufig betroffen sind Bereiche, die beim Sport, bei körperlicher Arbeit oder durch wiederholte Alltagsbewegungen stark beansprucht werden.

 

Schulter und Oberarm

An der Schulter sind häufig die Sehnen der Rotatorenmanschette oder die lange Bizepssehne betroffen. Typisch sind Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, bei Überkopfbewegungen, beim Tragen oder beim Liegen auf der betroffenen Schulter.

Mehr zu Beschwerden an der Vorderseite der Schulter erfährst Du im Artikel über die Bizepssehnenentzündung.

 

Ellenbogen und Unterarm

Beim Tennisarm sind die Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens gereizt, beim Golferellenbogen die Ansätze auf der Innenseite. Die Beschwerden entstehen nicht nur durch Sport, sondern auch durch häufiges Greifen, Schrauben, Tippen oder Arbeiten mit Werkzeugen.

 

Handgelenk und Finger

An Hand und Handgelenk handelt es sich häufig um eine Sehnenscheidenentzündung. Wiederholtes Tippen, Arbeiten mit der Maus, Spielen eines Instruments oder das häufige Heben eines Kleinkinds können die Beschwerden begünstigen.

Bei der Tendovaginitis de Quervain schmerzt vor allem die Daumenseite des Handgelenks. Ein Schnappfinger entsteht dagegen, wenn eine Beugesehne nicht mehr ungehindert durch ihre Sehnenscheide gleiten kann.

 

Hüfte

Seitliche Hüftschmerzen können mit einer Reizung der Sehnen der Gesäßmuskulatur zusammenhängen. Die Beschwerden treten häufig beim Gehen, Treppensteigen, längeren Stehen oder Liegen auf der betroffenen Seite auf.

 

Knie

Am Knie kann unter anderem die Patellasehne unterhalb der Kniescheibe betroffen sein. Eine solche Patellasehnentendinopathie wird auch als Springerknie bezeichnet und tritt besonders bei Sportarten mit vielen Sprüngen, schnellen Antritten und Richtungswechseln auf.

 

Unterschenkel und Fuß

Die Achillessehne wird besonders beim Laufen und Springen beansprucht. Typisch sind Anlaufschmerzen, morgendliche Steifigkeit und Beschwerden oberhalb der Ferse. Ausführliche Informationen findest Du im Ratgeber zur Achillessehnenentzündung.

Auch die Sehnen an der Innen- oder Außenseite des Sprunggelenks können überlastet sein. Die genaue Position der Schmerzen liefert wichtige Hinweise darauf, welche Sehne betroffen ist.

 

Wie wird eine Sehnenentzündung festgestellt?

Zu Beginn fragt die Ärztin oder der Arzt, wann die Beschwerden auftreten und welche beruflichen, sportlichen oder alltäglichen Belastungen vorausgegangen sind. Anschließend wird die schmerzende Stelle untersucht und abgetastet.

Zur körperlichen Untersuchung können gehören:

  • Prüfung der Beweglichkeit
  • gezielte Anspannung des zugehörigen Muskels
  • Dehnung und Druck auf die betroffene Sehne
  • Vergleich von Kraft und Funktion beider Körperseiten
  • Beurteilung angrenzender Gelenke
  • spezielle Tests für bestimmte Sehnen und mögliche Sehnenrisse

In vielen Fällen reichen das Beschwerdebild und die körperliche Untersuchung für die Diagnose aus. Ultraschall, Röntgen oder MRT können sinnvoll sein, wenn die Ursache unklar ist, ein Riss vermutet wird oder die Beschwerden trotz Behandlung bestehen bleiben. Blutuntersuchungen kommen insbesondere bei Verdacht auf eine Infektion oder rheumatische Erkrankung infrage.

Veränderungen im Ultraschall oder MRT müssen nicht zwangsläufig die Ursache der Schmerzen sein. Die Ergebnisse sollten deshalb immer gemeinsam mit den Beschwerden und der körperlichen Untersuchung beurteilt werden.

 

Wann solltest Du mit Sehnenschmerzen zum Arzt?

Leichte Beschwerden nach einer ungewohnten Belastung können zunächst beobachtet werden. Lassen sie innerhalb einiger Tage nicht nach, kehren sie regelmäßig zurück oder schränken sie Deinen Alltag deutlich ein, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Zeitnah abklären lassen solltest Du:

  • plötzlich auftretende starke Schmerzen
  • ein hör- oder spürbares Knallen
  • einen deutlichen Kraft- oder Funktionsverlust
  • eine sichtbare Delle entlang der Sehne
  • einen größeren Bluterguss
  • starke Schwellungen, Rötungen oder Überwärmung
  • Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • eine offene Verletzung über dem schmerzenden Bereich
  • Taubheitsgefühle oder anhaltendes Kribbeln
  • Beschwerden während oder nach der Einnahme eines Fluorchinolons

Ein plötzlicher Schmerz mit Knall und Funktionsverlust kann auf einen Sehnenriss hindeuten. Eine stark gerötete, überwärmte und geschwollene Region in Verbindung mit Fieber kann wiederum für eine Infektion sprechen.

 

Sehnenentzündung richtig behandeln

Die geeignete Behandlung hängt davon ab, welche Sehne betroffen ist, wie lange die Beschwerden bestehen und wodurch sie ausgelöst wurden. Nicht jede vermeintliche Sehnenentzündung sollte daher nach demselben Schema behandelt werden.

Bei einer akuten Reizung steht zunächst die Entlastung im Vordergrund. Bei länger bestehenden Tendinopathien ist dagegen ein kontrollierter Belastungsaufbau entscheidend, damit die Sehne ihre Funktion und Belastbarkeit zurückgewinnt.

 

Belastung vorübergehend reduzieren

Vermeide zunächst Bewegungen, die deutliche Schmerzen verursachen oder die Beschwerden am folgenden Tag verstärken. Eine vollständige Ruhigstellung ist jedoch nur in bestimmten Fällen sinnvoll und sollte nicht länger als notwendig erfolgen.

Mögliche Anpassungen sind:

  • Trainingsumfang und Intensität reduzieren
  • schmerzhafte Bewegungsabläufe vorübergehend vermeiden
  • schwere oder wiederholte Tätigkeiten anders verteilen
  • regelmäßige Pausen einplanen
  • sportlich auf weniger belastende Aktivitäten ausweichen
  • Arbeitsplatz und Arbeitsgeräte ergonomisch anpassen

Sobald sich die akuten Beschwerden beruhigt haben, sollte die Bewegung schrittweise wieder aufgenommen werden. Eine langfristige vollständige Schonung kann dazu führen, dass Muskulatur und Sehne weiter an Belastbarkeit verlieren.

 

Betroffene Stelle vorsichtig kühlen

Bei einer frischen Reizung oder Schwellung kann eine zeitlich begrenzte Kühlung angenehm sein. Wickle einen Kühlakku in ein dünnes Tuch und lege ihn für etwa 10 bis 20 Minuten auf die betroffene Stelle. Eis oder Kühlakkus dürfen nicht direkt auf die Haut gelegt werden.

Bei Durchblutungsstörungen, vermindertem Temperaturempfinden oder auffälligen Hautreaktionen sollte auf eine eigenständige Kühlung verzichtet werden. Die Maßnahme kann Beschwerden vorübergehend lindern, stellt aber nicht die Belastbarkeit der Sehne wieder her.

 

Physiotherapie und gezieltes Belastungstraining

Bei länger bestehenden Sehnenbeschwerden gehört ein schrittweise gesteigertes Training zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen. Ziel ist es, die betroffene Sehne und die zugehörige Muskulatur wieder auf die Belastungen im Alltag oder Sport vorzubereiten.

Je nach Sehne und Beschwerdebild können eingesetzt werden:

  • statische Halteübungen
  • langsame Kraftübungen
  • exzentrische Bewegungen
  • Übungen mit zusätzlichem Gewicht
  • Koordinations- und Stabilisationsübungen
  • später sport- oder berufsspezifische Bewegungsabläufe

Exzentrische Übungen können Teil der Behandlung sein, sind aber kein allgemeines Standardprogramm für jede Sehne. Auswahl, Intensität und Steigerung sollten sich an der betroffenen Körperregion und der individuellen Belastbarkeit orientieren.

 

Schmerzen beim Training richtig einordnen

Leichte Beschwerden während einer kontrollierten Übung bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Sehne weiter geschädigt wird. Entscheidend ist, wie stark die Schmerzen ausfallen und wie die Region in den folgenden Stunden beziehungsweise am nächsten Morgen reagiert.

Nehmen Schmerzen, Steifigkeit oder Schwellung deutlich zu, war die Belastung wahrscheinlich noch zu hoch. Das Training sollte dann angepasst und bei Unsicherheit mit einer physiotherapeutischen oder ärztlichen Fachperson abgestimmt werden.

 

Medikamente nicht ohne Rücksprache einsetzen

Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können bei akuten Beschwerden zeitweise infrage kommen. Welcher Wirkstoff geeignet ist, hängt unter anderem von Vorerkrankungen, weiteren Medikamenten und der genauen Ursache der Schmerzen ab.

Lass Dich deshalb in einer Arztpraxis oder Apotheke beraten. Schmerzmittel sollten nicht dazu genutzt werden, trotz deutlicher Beschwerden unverändert weiterzutrainieren. Sie lindern Symptome, erhöhen aber nicht automatisch die Belastbarkeit der Sehne.

Kortisoninjektionen können bei einzelnen Erkrankungen kurzfristig Beschwerden reduzieren. Sie sind jedoch nicht für jede Sehne geeignet und müssen wegen möglicher Risiken für das Sehnengewebe sorgfältig fachärztlich geprüft werden. Eine Injektion direkt in die Sehne ist zu vermeiden.

 

Bandagen, Schienen und weitere Hilfsmittel

Je nach betroffener Körperregion können Bandagen, Schienen, Tapes, Fersenerhöhungen oder Einlagen vorübergehend entlasten. Sie sollten möglichst gezielt und nicht als dauerhafter Ersatz für den Belastungsaufbau eingesetzt werden.

Bei Beschwerden durch berufliche Tätigkeiten können auch ergonomische Hilfsmittel sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise eine geeignete Maus, angepasste Werkzeuge oder Veränderungen der Arbeitshöhe.

 

Kühlende Pflege für beanspruchte Körperpartien

Ergänzend zur medizinischen oder physiotherapeutischen Behandlung kann der Kühlgel Roll-On auf unverletzter Haut für ein kühlendes und erfrischendes Hautgefühl sorgen. Das enthaltene Menthol erzeugt einen wahrnehmbaren Kälteeffekt, während der Roll-on-Applikator ein gezieltes Auftragen ermöglicht.

Trage das Gel ohne starken Druck auf den beanspruchten Bereich auf. Bei einer akut gereizten Sehne solltest Du auf eine kräftige Massage verzichten. Der Kühlgel Roll-On behandelt keine Tendinitis, Tendinopathie oder Sehnenscheidenentzündung und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch Physiotherapie oder physikalische Kühlung.

3er Set Kühl Roll On

Kühlgel Roll-On

  • Kühlende Pflege für Muskeln & Gelenke
  • Praktischer Roll-On
  • Ideal nach Sport & Alltag
Jetzt kaufen!

Wann ist bei einer Sehnenentzündung eine Operation notwendig?

Die meisten Sehnenentzündungen und Tendinopathien werden ohne Operation behandelt. Ein Eingriff wird meist erst erwogen, wenn eine genaue Diagnose vorliegt und konsequent durchgeführte konservative Maßnahmen keine ausreichende Besserung gebracht haben.

Eine Operation kann unter anderem infrage kommen, wenn:

  • eine Sehne vollständig gerissen ist
  • die Beweglichkeit durch einengendes Gewebe stark eingeschränkt wird
  • eine Sehne dauerhaft in ihrer Sehnenscheide blockiert
  • störende Verkalkungen oder Knochenveränderungen vorliegen
  • stark verändertes Gewebe Beschwerden verursacht
  • eine über mehrere Monate durchgeführte konservative Behandlung erfolglos bleibt

Ob und wann operiert wird, hängt stark von der betroffenen Sehne, der Funktionseinschränkung und den persönlichen Anforderungen ab. Auch nach einem Eingriff ist meist eine längere Rehabilitation mit schrittweisem Belastungsaufbau erforderlich.

 

Wie lange dauert eine Sehnenentzündung?

Die Heilungsdauer lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Sie hängt unter anderem davon ab, welche Sehne betroffen ist, wie lange die Beschwerden bereits bestehen und wie gut sich die auslösende Belastung verändern lässt.

Eine leichte akute Reizung kann sich innerhalb von zwei bis drei Wochen deutlich bessern. Sehnenscheidenentzündungen heilen häufig innerhalb einiger Wochen bis Monate ab.

Bei einer länger bestehenden Tendinopathie kann die Rehabilitation mehrere Monate dauern. Entscheidend ist nicht nur die Schmerzfreiheit in Ruhe, sondern auch, ob die Sehne Alltags-, Arbeits- oder Sportbelastungen wieder zuverlässig bewältigt.

Zwischenzeitliche Schwankungen sind normal. Einzelne schmerzhaftere Tage bedeuten nicht automatisch, dass die Behandlung gescheitert ist. Insgesamt sollten Schmerzen, Kraft und Belastbarkeit jedoch eine positive Entwicklung zeigen.

 

Sport bei einer Sehnenentzündung

Ob Du weiter Sport treiben kannst, hängt von der betroffenen Sehne und der Stärke der Beschwerden ab. Sportarten oder Bewegungen, die deutliche Schmerzen auslösen, sollten zunächst reduziert oder vorübergehend ersetzt werden.

Für den schrittweisen Wiedereinstieg sollten folgende Voraussetzungen weitgehend erfüllt sein:

  • Alltagsbewegungen sind ohne deutliche Beschwerden möglich
  • die Beweglichkeit ist nicht wesentlich eingeschränkt
  • die betroffene Körperregion lässt sich kontrolliert belasten
  • Kraft und Stabilität haben sich verbessert
  • die Beschwerden nehmen am Folgetag nicht deutlich zu
  • sportartspezifische Bewegungen sind kontrolliert möglich

Steigere zunächst die Dauer, danach die Häufigkeit und zuletzt die Intensität. Schnelle Bewegungen, Sprünge, Sprints oder hohe Gewichte sollten erst wieder hinzukommen, wenn die Sehne auf einfachere Belastungen stabil reagiert.

 

So beugst Du einer Sehnenentzündung vor

Nicht jede Sehnenentzündung lässt sich verhindern. Mit einer angemessenen Belastungssteuerung kannst Du jedoch dazu beitragen, dass sich Sehnen und Muskulatur schrittweise an neue Anforderungen anpassen.

Folgende Maßnahmen können das Risiko reduzieren:

  • Trainingsumfang und Intensität langsam steigern
  • nach längeren Pausen behutsam einsteigen
  • beanspruchte Muskelgruppen regelmäßig kräftigen
  • intensive Belastungen mit Erholungsphasen abwechseln
  • vor dem Sport ausreichend aufwärmen
  • Bewegungsabläufe und Technik überprüfen
  • wiederholte Tätigkeiten regelmäßig unterbrechen
  • Arbeitsplätze und Werkzeuge ergonomisch gestalten
  • auf gut sitzendes Schuhwerk achten
  • Warnsignale nicht dauerhaft ignorieren

Dehnen allein schützt nicht zuverlässig vor Sehnenbeschwerden. Wichtiger sind eine belastbare Muskulatur, eine dosierte Steigerung und ausreichend Zeit zur Anpassung.

 

Was Du bei Sehnenbeschwerden vermeiden solltest

Bestimmte Verhaltensweisen können die Beschwerden verstärken oder den Belastungsaufbau erschweren. Vermeide deshalb:

  • unverändertes Training trotz zunehmender Schmerzen
  • eine plötzliche Rückkehr zur ursprünglichen Belastung
  • langfristige vollständige Ruhigstellung ohne Empfehlung
  • aggressive Übungen in starke Schmerzen hinein
  • kräftige Massagen auf akut gereiztem Gewebe
  • eigenständige Kortisonbehandlungen
  • Schmerzmittel, um weitertrainieren zu können
  • Eis oder Kühlakkus direkt auf der Haut
  • pauschale Übungsprogramme ohne Berücksichtigung der betroffenen Sehne
  • das Ignorieren eines plötzlichen Knalls oder Kraftverlusts

 

Fazit: Sehnenentzündung erkennen und behandeln

Der Begriff Sehnenentzündung umfasst unterschiedliche Beschwerdebilder. Während bei akuten Beschwerden eine entzündliche Reaktion beteiligt sein kann, liegt bei länger anhaltenden Schmerzen häufig eine verminderte Belastbarkeit der Sehne vor.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der betroffenen Körperregion. Zunächst sollte die auslösende Belastung angepasst werden. Anschließend hilft ein schrittweise gesteigertes Training dabei, Sehne und Muskulatur wieder auf Alltag, Arbeit oder Sport vorzubereiten. Bei starken, plötzlich auftretenden oder anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Häufige Fragen

Was kann man gegen entzündete Sehnen tun?

Reduziere zunächst Bewegungen, die deutliche Beschwerden auslösen. Bei einer akuten Reizung können Schonung und zeitlich begrenzte Kühlung angenehm sein. Bei länger bestehenden Beschwerden ist meist ein individuell gesteigertes Belastungstraining erforderlich.

Wie lange braucht eine Sehnenentzündung, um zu heilen?

Leichte akute Reizungen können sich innerhalb weniger Wochen bessern. Eine länger bestehende Tendinopathie kann dagegen mehrere Monate Rehabilitation benötigen. Die Dauer hängt von der betroffenen Sehne und der individuellen Belastung ab.

Wie heilt man entzündete Sehnen am schnellsten?

Eine feste Abkürzung gibt es nicht. Wichtig sind eine genaue Diagnose, die vorübergehende Anpassung schmerzhafter Belastungen und ein schrittweiser Kraftaufbau. Ein zu früher Wiedereinstieg kann die Beschwerden erneut verstärken.

Welche Salbe hilft bei einer Sehnenentzündung?

Ob ein medizinisches Schmerzgel geeignet ist, sollte mit einer Arztpraxis oder Apotheke abgestimmt werden. Kosmetische Kühlpflege kann ein angenehmes Hautgefühl erzeugen, behandelt aber nicht die Sehne. Ergänzend kann der Kühlgel Roll-On auf unverletzter Haut für ein kühlendes Gefühl sorgen.