Bakerzyste

bakerzyste

Was ist eine Bakerzyste?

Bei der sogenannten Bakerzyste handelt es sich um eine mit Gelenkflüssigkeit (Synovia) gefüllte Ausstülpung in der Kniekehle. Die nach dem englischen Chirurgen William Baker benannte Zyste entsteht durch eine Schwäche oder Verletzung der Gelenkkapsel und bildet einen Hohlraum, der normalerweise nicht vorhanden ist. Mit zunehmender Größe verursacht die Bakerzyste oftmals Beschwerden, da sie Druck auf Nerven und Gefäße ausübt.

Grundsätzlich kann die Bakerzyste in jedem Alter auftreten. Besonders häufig sind jedoch ältere Menschen betroffen, wo Probleme mit dem Kniegelenk aufgrund der altersbedingten Degeneration häufiger vorkommen. Bei jungen Menschen sind Bakerzysten deutlich seltener, können dort aber auch spontan ohne Zusammenhang mit einer Schädigung des Knies entstehen.

Ursachen für eine Bakerzyste

Die Bakerzyste entsteht in der Regel durch eine Schädigung, Verletzung oder Erkrankung des Kniegelenks. Auf dieses Problem reagiert der Organismus mit einer gesteigerten Produktion von Gelenkflüssigkeit. Durch die zusätzliche Gelenkflüssigkeit baut sich Druck im Gelenk auf. Hat der Druck eine gewisse Schwelle überschritten, sucht sich die Flüssigkeit eine Schwachstelle, an der sich eine Ausstülpung bildet.

Typischerweise liegt diese Schwachstelle zwischen dem Ansatz des hinteren Oberschenkelmuskels (Musculus semimembranosus) und dem Ansatz des Zwillingswadenmuskels (Musculus gastrocnemius) an der Innenseite der Kniekehle. Die letztendlichen Auslöser für die abnormal gesteigerte Produktion von Gelenkflüssigkeit sind vielfältig:

• Arthritis: Entzündungen infolge rheumatoider Erkrankungen sind eine häufige Ursache für die Entstehung von Bakerzysten.
• Bakterielle Infektionen können ebenfalls Entzündungen im Bereich des Kniegelenks auslösen, sind aber vergleichsweise selten.
• Arthrose: Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen, die entweder altersbedingt sind oder auf dauerhafte Über- und Fehlbelastung zurückgehen.
• Unfälle: Werden durch einen Unfall beispielsweise die Menisken verletzt, kann es zu einer Reizung des Kniegelenks und damit zu einer Steigerung der Synovia-Produktion kommen.
• Überlastung: Dauerhafte Überlastung der Kniegelenke durch Sport oder Beruf sind ein bedeutender Risikofaktor.
• Operationen: Operative Eingriffe im Bereich des Knies bergen immer ein gewisses Risiko für Irritationen.
• Langes dauerhaftes Sitzen: Durch häufiges und dauerhaftes Sitzen kann es dazu kommen, dass das Fasziengewebe in der Kniekehle verfilzt und so die Entstehung einer Bakerzyste begünstigt.

Bakerzyste – Symptome

Solange eine Bakerzyste noch klein ist, macht sich diese weder optisch noch anhand von weiteren Beschwerden bemerkbar. Mit zunehmender Größe ändert sich dies jedoch. Ab einer Größe von etwa 2 Zentimetern bildet sich in der Kniekehle eine tastbare Schwellung. Da es sich um eine Ansammlung von Flüssigkeit handelt, kann sich die Größe durch die Bewegung des betroffenen Knies ändern.

Nach stärkerer Belastung des Knies wächst die Bakerzyste oftmals, da die mechanische Belastung die Reizung unter Umständen steigern und die Bildung weiterer Gelenkflüssigkeit fördern kann. Durch Schonung hingegen verkleinert sich die Zyste. Viele Patienten berichten zudem davon, dass Sie beim Bewegen des Knies die Bewegung von Flüssigkeit (Fluktuation) in ihrer Kniekehle spüren. Zunächst äußert sich eine Bakerzyste nicht durch eine geschwollene Kniekehle, sondern durch einen wahrnehmbaren Druck.

Mit zunehmendem Druck entstehen Schmerzen, die sich über die gesamte Kniekehle ausbreiten und bis in die Wade ausstrahlen können. In schwereren Fällen wächst die Bakerzyste so weit an, dass es durch den Druck auf Nerven und Gefäße zu Durchblutungsstörungen, Taubheitsgefühlen im Unterschenkel und sogar Lähmungen kommen kann.

Was passiert, wenn die Bakerzyste platzt?

Wird die Bakerzyste zu groß, steigt der Druck im Inneren, der sich auf die Wand der Zyste auswirkt. Sobald ein kritisches Niveau erreicht ist, hält die ausgedünnte Gewebestruktur nicht mehr Stand, wodurch die Bakerzyste reißt. Besonders groß ist die Gefahr, wenn Du Dein Knie stark beugst. Nach dem Einreißen der Zyste verteilt sich die Gelenkflüssigkeit im umliegenden Gewebe. Dort verursacht sie weitere Schmerzen und Entzündungen. Hinzu kommt ein Gefühl, als würde Flüssigkeit die Kniekehle hinunterfließen.

In manchen Fällen verteilt sich die Gelenkflüssigkeit bis in den Unterschenkel hinein. Infolge der Entzündung und der entstehenden Schwellung steigt der Druck im Gewebe. Drückt die Schwellung auf Blutgefäße und Nerven, werden diese komprimiert, was zu Durchblutungsstörungen, Missempfindungen und Lähmungserscheinungen führen kann. Ein solches sogenanntes Kompartmentsyndrom muss umgehend behandelt werden, da im schlimmsten Fall der Verlust des Unterschenkels droht.

Bakerzyste – Behandlung

In vielen Fällen muss eine Bakerzyste gar nicht behandelt werden. Solange die Zyste keine Beschwerden verursacht, kannst Du abwarten und die Zyste mit einigen Tipps selbst behandeln. Sobald starke Beschwerden auftreten, solltest Du allerdings zum Arzt, da vor allem eine geplatzte Bakerzyste Komplikationen verursachen kann.

Neben der Behandlung der Symptome steht vor allem die Behandlung der ursächlichen Grunderkrankung im Fokus, da es ansonsten immer wieder zur Bildung von Bakerzysten kommt. Insbesondere bei Schäden an Gelenkbestandteilen wie dem Gelenkknorpel oder den Menisken müssen diese operativ behoben werden. Bei einer zugrundeliegenden rheumatoiden Arthritis muss die gesamte Zyste entfernt oder per Thermotherapie behandelt werden.

Medikamentöse Behandlung

Um eine Bakerzyste zu behandeln, kannst Du auf nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) zurückgreifen. Diese dienen auf der einen Seite der Schmerzlinderung, bekämpfen andererseits jedoch auch die zugrundeliegende Entzündung. Klassischerweise kommen hier beispielsweise Ibuprofen und Diclofenac zum Einsatz. Bei starken Beschwerden kann Dir Dein Arzt auch eine entzündungshemmende Kortisoninjektion verabreichen.

Ruhe und Hochlagern

Ruhe ist für die Heilung einer Bakerzyste ein entscheidender Faktor, da Druck vom Gelenk genommen wird. Am besten entlastest Du Dein Knie, indem Du es hochlagerst. Lass Dein Knie auch nach Belastung immer wieder so lange ruhen, bis der Schmerz verschwunden ist. Ideal sind ein bis zwei Tage Ruhe am Stück. Achte außerdem darauf, dass Du Dein Knie in dieser Zeit nicht mehr als nötig beugst.

Kühlung gegen Schmerz und Schwellung

Um die Schmerzen zu lindern und die Schwellung einzudämmen, solltest Du die Kniekehle regelmäßig mit Eisbeuteln oder Gelkissen kühlen. Pro Anwendung sind 15-20 Minuten ideal. Diesen Vorgang kannst Du so oft wiederholen, wie Du möchtest. Achte aber darauf, dass Du den Eisbeutel nicht direkt auf die Haut drückst. Schlage ihn in ein Geschirrtuch ein oder stecke ihn in einen großen Waschlappen.

Schmerz- und Bakerzyste mit Dehnübungen beseitigen

Insbesondere wenn die Bakerzyste durch die Verfilzung des Fasziengewebes in der Kniekehle begünstigt wurde, können regelmäßige Dehnübungen bei der Beseitigung der Zyste helfen. Durch die Dehnung entfilzt sich das Fasziengewebe, sodass die Gelenkflüssigkeit langsam abfließen kann. Damit verkleinert sich die Zyste Schritt für Schritt und verschwindet zusammen mit den Schmerzen. Die folgenden Übungen können Dir nicht nur dabei helfen, die Bakerzyste loszuwerden, sondern auch vorzubeugen.

Übung 1 – Dehnung der Kniekehle im Sitzen

1. Setze Dich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden.
2. Drücke Deine Knie durch und lehne Dich nach vorne, sodass Du die Fußspitzen mit den Händen fassen kannst.
3. Achte darauf, dass Deine Knie durchgedrückt sind.
4. Ziehe Deine Fußspitzen zu dir heran und halte die Position für mindestens 30-60 Sekunden.
5. Führe zweimal täglich drei bis fünf Durchgänge aus.

Übung 2 – Dehnung der Kniekehle im Stehen

1. Stell Dich vor einen Stuhl, strecke Dein verletztes Bein aus und lege Deinen linken Fuß auf den Stuhl.
2. Stütze Dich mit den Armen auf Deinem Knie ab und lehne Deinen Oberkörper nach vorne, bis Du eine Dehnung im Oberschenkel und der Kniekehle spürst.
3. Halte die Position für 30-60 Sekunden.
4. Auch hier kannst Du zweimal täglich 3-5 Durchgänge ausführen.

Übung 3 – Dehnung des Beinbeugers im Liegen

1. Lege Dich mit ausgestreckten Beinen auf den Rücken.
2. Hebe das betroffene Bein an und platziere Deine Hände unterhalb der Kniekehle an Deiner Wade.
3. Ziehe Dein Bein nun in Richtung Deines Körpers, bis es im 90-Grad-Winkel steht.Achte aber darauf, dass Du das Knie nicht ganz durchdrückst.
4. Halte die Position für 30-60 Sekunden.
5. Absolviere zweimal täglich 3-5 Durchgänge.
Tipp: Schaffst Du es nicht, Deine Wade zu greifen, kannst Du ein Handtuch wie eine Schlinge verwenden.

Bakerzyste punktieren lassen

Insbesondere dann, wenn die Zyste bereits sehr groß ist und durch den Druck erhebliche Beschwerden verursacht, kann Dein Arzt die Bakerzyste punktieren. Dabei wird die Gelenkflüssigkeit mit Hilfe einer Spritze aus der Bakerzyste abgesaugt. Die Punktion ist meist allerdings nur eine begleitende Maßnahme zur Schmerzlinderung, da die Zyste ohne Behandlung der Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit aufs Neue entsteht.

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