Restless Legs

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Restless-Legs-Syndrom – Definition

Unter der Begrifflichkeit Restless-Legs-Syndrom (kurz: RLS-Syndrom) versteht man in der Medizin eine spezielle Art der Bewegungsstörung der Beine. Daher stammt auch der Name, denn „Restless Legs“ bedeutet so viel wie „unruhige Beine“. Typisch für das RLS-Syndrom sind Beschwerden wie ein quälender Bewegungsdrang sowie ein Ziehen und Kribbeln in den Beinen, das vor allem im Ruhezustand z.B. nachts auftritt und für Betroffene enorm belastend ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem primären und dem sekundären Restless-Legs-Syndrom. Auch wenn das Restless-Legs-Syndrom hierzulande zu den häufigsten Nervenerkrankungen gehört, sind speziell die genauen Ursachen der primären Variante bis heute nicht restlos geklärt. Typischerweise sind Frauen häufiger betroffen als Männer, wobei die Erkrankung in den meisten Fällen vor dem 30. Lebensjahr auftritt. Bei Kindern werden die Symptome oftmals mit Wachstumsschmerzen oder einem Hyperaktivitäts-Syndrom verwechselt. Im Zweifelsfall solltest Du Dir im Verdachtsfall die Meinung mehrerer Mediziner einholen.

Restless-Legs-Syndrom – Ursachen

Die Medizin ist den Ursachen des primären Restless-Legs-Syndroms derzeit noch auf der Spur. Im Rahmen von Studien und bis dato erfolgreichen Therapien konnte man jedoch die Erfahrung gewinnen, dass die Entstehung des RLS-Syndroms mit dem Hormon Dopamin zusammenhängt. Darüber hinaus ist bekannt, dass rund 50 Prozent aller Patienten in ihrer Familie ebenfalls mindestens einen weiteren Fall von Restless-Legs haben. Dies deutet in Kombination mit aktuellen Studien darauf hin, dass Restless-Legs auch genetisch vererbt werden kann. Haben Eltern oder Geschwister also bereits ein RLS, ist das Risiko groß, auch selbst ein RLS zu entwickeln. Aktuell kennt man bereits sechs Gene, die bei der Entstehung höchstwahrscheinlich eine Rolle spielen. Anders sieht es beim sekundären Restless-Legs-Syndrom aus. Diese Form des RLS kann durch äußere Einflüsse ausgelöst werden oder gemeinsam mit diesen auftreten. Dazu zählen unter anderem neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Polyneuropathie, Eisenmangel, Alkoholabhängigkeit sowie Nierenfunktionsstörungen. Hinzu kommen Grunderkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, Rheumaerkrankungen sowie Koordinationsstörungen infolge eines Verlusts von Nervenzellen in Rückenmark und Kleinhirn. Auch Schwangerschaften sowie manche Medikamente wie einige Neuroleptika und Antidepressiva können das Restless Legs Syndrom verursachen.

Restless-Legs-Syndrom – Symptome

Die Symptome des Restless-Legs-Syndroms sind sehr individuell ausgeprägt und dementsprechend schwer zu beschreiben. Betroffene verspüren gemeinhin jedoch einen ausgeprägten Bewegungsdrang, der ihnen keine Ruhe lässt. In den meisten Fällen verschafft körperliche Aktivität dann wiederum auch Linderung. Zu dem Bewegungsdrang gesellen sich Missempfindungen in den Beinen, die kribbelnd, brennend, stechend, brodelnd oder klopfend ausfallen können und tief aus den Beinen kommen. In seltenen Fällen kommen starke Schmerzen hinzu. Bei einigen Patienten treten neben dem Bewegungsdrang keine zusätzlichen Symptome auf. Oftmals beschreiben Betroffene auch unwillkürliche Bewegungen der Beine, die sowohl im Wachzustand als auch während des Schlafs auftreten. Diese Beinbewegungen werden auch „Periodic Limb Movements“ (PLM) genannt. Speziell diese PLMs sind in 4 von 5 Fällen ein eindeutiges Anzeichen für das RLS. Typischerweise treten Bewegungsdrang und Missempfindungen in Ruhephasen sowie auch unmittelbar im Schlaf auf. Dementsprechend belastend fällt die Symptomatik aus, da der Nachtschlaf erheblich gestört wird. Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten sind an der Tagesordnung. Auch ruhige Freizeitaktivitäten wie etwa lesen oder Kinobesuche werden beeinträchtigt. Selbst im Sitzen tritt die Unruhe häufig auf und beeinflusst damit auch das Berufsleben. Infolge der nächtlichen Unruhe und Aktivität leiden Betroffene tagsüber nicht selten an Leistungsschwächen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit. In der Regel schreitet die Erkrankung schleichend voran.

Restless-Legs-Syndrom – Behandlung

Die Behandlung hängt davon ab, ob es sich um ein primäres oder sekundäres RLS-Syndrom handelt. Im Fall des sekundären Restless-Legs-Syndroms liegt der Fokus auf der Behandlung der Grunderkrankung, wodurch sich auch die RLS-Symptomatik erledigt. Im Fall der durch Medikamente ausgelösten Symptomatik ist das Absetzen der Präparate in der Regel bereits die Lösung. Für das primäre Restless-Legs-Syndrom existiert zumindest nach aktuellem Stand der Medizin noch keine ursächliche Behandlung. Die Behandlung konzentriert sich dementsprechend darauf, die Beschwerden zu lindern und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu steigern. In der Praxis gibt es dabei einige Optionen:

Medikamentöse Therapie

Zentrale Säule der RLS-Therapie ist die medikamentöse Behandlung. Hier kommt ein sogenannter Decarboxylasehemmer (L-Dopa) wie z.B. Benserazid zum Einsatz, der vor dem Zubettgehen eingenommen wird, um die Symptome während der Nacht zu blockieren. Insbesondere bei leichten Beschwerden bewirkt die Einnahme schon in geringen Dosen eine sofortige Linderung. Allerdings kann es sein, dass der Dopamin-ähnliche Stoff ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr adäquat wirkt. In einem solchen Fall stellt der behandelnde Arzt auf sogenannte Dopaminantagonisten um. Da durch den Einsatz in einigen Fällen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Benommenheit auftreten können, muss die Dosis individuell auf jeden Patienten angepasst und langsam gesteigert werden. Alternativ kommen Opiate (z.B. Codein, Oxycodon) oder Antikonvulsiva wie Gabapentin und Carbamazepin zum Einsatz.

Das kannst Du selbst tun

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus ist elementar wichtig, um die Auswirkungen des RLS (insbesondere Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und Leistungseinbrüche) so gering wie möglich zu halten. Versuche also, abends immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und morgens aufzustehen. Wirke der Tagesmüdigkeit mit einem Mittagsschlaf entgegen. Vermeide zusätzlichen Stress und versuche Dich mit Hilfe von autogenem Training, Traumreisen, Tai-Chi und Yoga zu entspannen. Meide Koffein, Alkohol, Nikotin und andere aufputschende Stoffe. Treibe regelmäßig Sport. Ideal sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen, Walken und Schwimmen. Die Stimulation der Fußsohle kann in vielen Fällen für nachhaltige Entspannung und Erleichterung sorgen. Ideal ist beispielsweise das Barfußgehen auf unebenem Untergrund wie Sand oder Waldboden. Aktiviere die Nerven Deiner Füße durch eine Fußreflexzonenmassage. Nutze dazu beispielsweise einen kleinen Golf- oder Gummiball. Stell Dich auf den Ball und rolle Deine Fußsohle ein paar Minuten aus, um die Faszien zu lockern.

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