Narbenpflege

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NARBEN – ENTSTEHUNG UND URSACHEN

Sicherlich hattest du schon einmal eine Operation oder Verletzung, die eine Narbe hinterlassen hat. Fakt ist jedoch, dass Narben zu einem natürlichen Wundheilungsprozess dazugehören. Wir erklären dir kurz, wie und wann Narben eigentlich entstehen:

Nicht jede Wunde an deinem Körper bildet auch eine Narbe. Oberflächliche Wunden werden in der Regel von unserem Körper schnell verschlossen, in dem neue Hautzellen aufgebaut werden, die genau wie die umliegenden rund um die Wunde aussehen. Es entsteht also keine optisch, sichtbare Narbe, da die Hautzellen neu generiert wurden. Bei größeren und tieferen Wunden hingegen, entstehen Narben ziemlich schnell, in dem nicht nur die oberste Hautschicht, sondern auch die darunter liegenden, tiefen Schichten verletzt wurden. Um deinen Körper vor Infektionen zu schützen und die Wunde schnellstmöglich zu verschließen, wird neues Bindegewebe gebildet. Leider kann unser Körper das zerstörte Gewebe nicht mehr in gleicher Weise erneuern wie davor, weshalb es zu einer sichtbaren Narbe kommt, um alle Hautschichten zu schließen. Ob und wie eine Narbe entsteht, liegt also an der Tiefe der Wunde.

Je nach Veranlagung und Stelle der Verletzung, bleiben Narben leider oft für immer sichtbar und können das eigene Wohlbefinden zudem durch starkes Jucken, Spannungsgefühlen und Bewegungseinschränkungen beeinträchtigen.

Dass Narben entstehen, kann viele verschiedene Ursachen haben, die sich durch ihr Aussehen und nach Behandlungsart unterscheiden:

– Normal flache, weiße Narben: Am häufigsten kommen flache, weiße Narben vor, die durch kleine Verletzungen entstehen und auch kaum zu sehen sind.

– Tiefliegende Narben: Kommt es durch verschiedene Faktoren zu einer gestörten Wundheilung, kann die betroffene Hautstelle rot und sichtbar bleiben und unangenehme Beschwerden mit sich bringen.

– Hautverletzungen: Operationen, Verbrennungen oder auch Bisswunden können wulstartige Hautfalten hervorrufen – hypertrophe Narben – die auf die Wundfläche begrenzt sind.

– Akne: Als Folge von Akne in früheren Jahren können atrophe Narben entstehen, die weitaus tiefer in der Haut liegen.

– Zu starke Produktion von Bindegewebe: Kommt es zu einer übermäßigen Produktion von Bindegewebe, entstehen wuchernde Narben (Keloide).

Trotz der unterschiedlichen Arten an Narben, haben eines alle gemeinsam: Sie begleiten uns unser Leben lang und lösen bleibende Erinnerungen aus. Aktuell gibt es leider noch keine Methode, um Narben ganz verschwinden zu lassen, jedoch kann durch eine gute Narbenpflege die Nachversorgung und auch Prävention von Narben positiv beeinflusst werden.

NARBENBEHANDLUNG UND -PFLEGE

Eine gute Narbenpflege beginnt bei der Wundheilung und dem Bewusstsein darüber, wie eine Narbe überhaupt entsteht. Eine frühzeitige Narbenbehandlung unterstützt den Heilungsprozess und sorgt für eine natürliche Entwicklung deiner Narbe. Diese kannst du durch Narbengele, Narbensalben, Narbenstifte und hochwertige Pflegeöle bestmöglich unterstützen, die entstandene Verhärtungen wieder weich und geschmeidig machen und eine Abflachung des Bindegewebes bewirken.

WARUM IST NARBENPFLEGE SINNVOLL?

Bevor wir darauf eingehen, wie du deine Narben richtig behandelst und pflegst, solltest du wissen, dass selbst bei einer täglichen Pflege deine Narben vermutlich niemals ganz verschwinden werden.

Wenn es um die Nachversorgung einer Wunde nach einer Operation oder Verletzung geht, gehen viele oft nach dem Prinzip „Ach, das wird schon irgendwie“ und sind sich der Narbenpflege und deren Vorteile oft gar nicht bewusst. Während du aber die eigentliche Narbenbildung leider nicht verhindern kannst, trägt die richtige Narbenpflege einen entscheidenden Beitrag dazu bei, wie deine Narbe am Ende aussieht. Gerade bei großflächigen Narben kann die Narbenpflege sehr viel positives bewirken, in dem sie zum Beispiel eine wulstige und wuchernde Bildung verhindern kann. Außerdem wird eine Narbe nach einiger Zeit weniger sichtbar und du vermeidest unangenehme Begleiterscheinungen wie Jucken, Brennen oder auch Bewegungseinschränkungen und weitere Infektionen.

WANN SOLLTE ICH MIT DER NARBENPFLEGE BEGINNEN?

Nach einer Verletzung oder auch einer Operation braucht eine Wunde zunächst erstmal Zeit, um sich vollständig zu schließen und dadurch weitere Infektionen vorzubeugen.

Um der Frage nachzugehen, wann du mit der Narbenpflege am besten beginnen solltest, gilt allgemein: je früher, desto besser. Denn ältere Narben, bei denen der Heilungsprozess schon abgeschlossen ist, können zwar auch noch behandelt werden, jedoch benötigen diese eine weitaus längere Behandlungszeit und sind nicht mehr so gut beeinflussbar.

Nach Hautverletzungen, wie z.B. nach einer Operation oder einer schweren Verletzung, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die aber von der individuellen Narbenverheilung abhängen. Wir empfehlen dir zunächst, die Narbe nach ca. 2-3 Wochen bzw. sobald keine Krusten mehr vorhanden sind, mit einer leichten Massage das umliegende und verletzte Gewebe zu massieren, um die Durchblutung zu fördern und gebildete Kollagenfasern aufzubrechen. Das ist sehr wichtig, da so dein Gewebe weich wird und es nur zu einer flachen und unauffälligen Narbenbildung kommt. Achte bei der Selbstmassage aber unbedingt darauf, dass du deine Narbe niemals auseinanderziehst, sondern nur vorsichtig außen herum massierst.

WIE LANGE UND OFT SOLLTE ICH MEINE NARBE PFLEGEN?

Es hängt ganz davon ab, wie sich deine Narbe entwickelt, denn Narben reifen in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Jedoch gilt allgemein der Grundsatz: Je länger, desto besser. In wenigen Fällen dauert eine Narbenheilung nur 8-10 Wochen, sondern kann bis zu 6 Monaten andauern. Solange die Narbe hart und rötlich ist, solltest du die Narbenpflege durchführen. Erst wenn du zufrieden mit der Verheilung bist und die Narbe eine Hautfarbe oder einen leicht weißlichen Farbton angenommen hat, kannst du die Narbenpflege reduzieren.

Hier gilt allgemein das Prinzip: Je häufiger, desto besser. Das Wichtigste dabei ist, dass du die Narbe regelmäßig massierst und geschmeidig hälst. Nur durch regelmäßiges Einreiben, beispielsweise mit einem hochwertigen Öl oder einem Narbenstift, können sich Narben meist sehr gut entwickeln, bleiben flach und weich. Wir empfehlen, die Narbe 2x täglich zu pflegen.

WAS HILFT GEGEN NARBEN – TIPPS ZUR NARBENSELBSTPFLEGE

Narben durchlaufen einen längeren Prozess, in dem sie sich ständig verändern. Dies kann bis zu zwei Jahre nach der Verletzung, Operation etc. andauern, bis schließlich ein „Endzustand“ erreicht worden ist. Bis dahin hilft aber eine gute Pflege und folgende Tipps am besten gegen deine Narbe und hilft dir dabei, den Wundheilungsprozess positiv zu beeinflussen:

– Pflege: Narben regelmäßig und sanft mit verschiedenen Narbenpflegeprodukten zu pflegen, vermeidet Reibung und Spannungen im Bereich der Narbe, sodass diese nicht wieder aufreißt und die Heilung wieder von Neuem beginnt.

– Narbenpflegeprodukte: Spezielle Narbenpflegeprodukte wie Salben, Öle oder Gele enthalten Wirkstoffe, die den Heilungsprozess der Haut unterstützen und dabei helfen können, Hautirritationen zu verringern, Entzündungen und Wucherungen des Bindegewebes vorzubeugen und die Narbe dadurch geschmeidig zu halten.

– Sonnenschutz: Frische Narben sollten auf keinen Fall direkt der Sonne ausgesetzt werden und zusätzlich mit einem Sonnenschutzmittel eingerieben werden.

– Massagen: Sobald deine Wunde abgeheilt ist, freut sich deine Narbe sehr über eine wohltuende Massage, um das darunterliegende neu aufgebaute Gewebe geschmeidiger zu machen, die Durchblutung zu fördern und vor Verhärtungen zu schützen. Schiebe dazu deine Narbe einfach täglich ca. 10 Minuten sanft hin und her und die umliegende Haut zur Narbe hin. Vermeide dabei ein „Auseinanderziehen“ der Narbe und höre auf dein Schmerzempfinden.

– Prävention und Vermeidung von Narben: Regelmäßige und gute Pflege der Haut, sodass diese geschmeidig und widerstandsfähig bleibt .

– Gesunde Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die dich ausreichend mit wertvollen Vitaminen (z.B. Vitamin C), Spurenelementen und Mineralstoffen (z.B. Eisen, Zink) versorgen und damit die Wundheilung unterstützen. Meide möglichst saure Lebensmittel, Rauchen und Alkohol, die Entzündungen hervorrufen und Heilungsprozesse verringern.

– Moderate Bewegung: In den ersten Wochen (vor allem nach einer OP), solltest du auf zu intensiven Sport lieber verzichten, da dein Gewebe sonst zu stark überlastet wird, weshalb sich die Narbe wulstartig ausbreiten oder sogar wieder aufbrechen kann.

– Trocken halten: Bei kleineren Verletzungen und oberflächlichen Narben lässt du diese am besten an der Luft trocknen und verdeckst sie nicht durch z.B. ein Pflaster.

– Enge Kleidung vermeiden: Da das Narbengewebe gerade bei frischen Narben besonders empfindlich und reizbar ist, achte unbedingt darauf, nicht zu enge Kleidung zu tragen, die an der Narbe reiben oder sie eindrücken könnte.

– Geduld: Die Narbenentstehung ist ein komplexer Prozess entwickelt sich über ein ganzes Leben. Je größer sie sind, desto länger braucht auch die Wundheilung. Sei

also geduldig und achtsam und suche bei Schwellungen, Entzündungen, starken Rötungen etc. umgehend ein Arzt auf.

NARBENPFLEGE KAUFEN – WELCHE NARBENPFLEGE IST DIE BESTE?

Leider wird von vielen Therapeuten, Ärzten etc. eine richtige Narbenpflege als eher unwichtig erachtet und als zu akzeptierende Folge einer OP oder Verletzung verstanden. Warum eine richtige und regelmäßige Narbenpflege so sinnvoll und wichtig ist, haben wir dir bereits erklärt, jedoch wollen wir dir noch ein paar wichtige Aspekte zum Thema Narbenpflege aufzeigen, sodass du beim Kauf einer Narbenpflege auch das Richtige wählst und weißt, worauf es ankommt.

Die verschiedenen Produkte zur Narbenpflege unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Konsistenz und ihren Wirkstoffen. Sie können je nach Produkt:

– feuchtigkeitsspendend und regenerationsfördernd wirken

– die Haut schützen

– Rötungen sowie die Entstehung wulstiger Narben durch zu viel Bindegewebe verhindern oder vermindern.

Viele Produkte auf dem Markt greifen leider auf eher konventionelle Inhaltsstoffe, wie Zwiebelextrakt, Allantoin oder Heparin zurück, die größtenteils nur noch synthetisch hergestellt werden. Dabei kann die ursprünglich natürliche Form wie z.B. das pflanzliche Beinwell, welches bei uns in Deutschland auch wild wächst, ein ausgesprochen nachhaltiger Wirkstoff sein und gilt als wichtiger Hauptwirkstoff in der Naturheilkunde für Wundheilungen.

Weitere Produkte zur Narbenpflege wie Narbenpflaster oder Narbenstifte finden sich bisher nur sehr wenig auf dem Markt, vor allem auch solche, die einen bereits integrierten Sonnenschutz beinhalten. Dieser ist gerade für Narben an unbekleideter Haut besonders wichtig. Wenn du also ein eher aktives Leben führst und Wert auf ein gepflegtes, äußeres Erscheinungsbild legst, ist ein Narbenstift eine sinnvolle Wahl, da er deiner Haut den ganzen Tag über unsichtbare Pflege und Schutz bietet und dich gleichzeitig deinem aktiven Lebensstil anpasst.

Was ist hilft gegen Narben?

Wie bereits schon erwähnt, durchlauft die Narbenheilung einen längeren Prozess mit unterschiedlichen Phasen:

1. Phase: Unmittelbar nach der Verletzung oder Operation ist deine Wunde noch frisch. In dieser Phase solltest du mithilfe einer Narbensalbe die Wundheilung unterstützen.

2. Phase: Sobald deine Wunde vollständig verschlossen ist bzw. die Fäden nach z.B. einer OP gezogen worden sind, beginnst du mit der Narbenpflege: Hier empfehlen wir dir auf Produkte wie Narben-Gele und Narbenöle zurückzugreifen, die du sanft einmassierst. Das hilft dir dabei, die Narbenbildung positiv zu unterstützen.

Der natürlichste Weg zu einer schönen Narbe ist in der Regel also relativ einfach und unkompliziert:

Egal für welches Narbenpflegeprodukt du dich letztendlich entscheidest, wichtig ist, dass du die Narbe sauber hälst, nicht zu sehr strapazierst und regelmäßig massierst.

Bestenfalls verwendest du hierbei schon direkt ein pflegendes Öl und einem Narbenstift und beginnst so früh wie möglich damit. Auch wenn sich das erstmal „nervig“ und aufwändig anhört, wird es sich auf jeden Fall lohnen, da das Endergebnis einer schönen Narbe schließlich für dein ganzes Leben lang bestehen bleibt.

Am Besten orientierst du dich an folgendem täglichen Ablauf:

– Morgens: Nach dem Duschen/Waschen die Narbe mit einem pflegenden Öl intensiv mit kreisenden Bewegungen massieren, sodass das Öl schön einziehen kann. Anschließend „versiegelst“ du deine Narbe mit einem Narbenstift, der einen intensiven UV-Sonnenschutz integriert hat und dich so den Tag über pflegt und schützt.

– Abends: Vor dem Schlafengehen massierst du deine Narbe nochmals mit einem Öl ein. Optional kannst du deine Narbe auch mit einem zusätzlichen Narbenpflaster abdecken oder auch den Narbenstift zum zusätzlichen Schutz verwenden.

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