Osteochondrose

Osteochondrose

Osteochondrose – Definition

Bei der Osteochondrose handelt es sich um eine degenerative Veränderung der Knochen und Gelenkknorpel. Die häufigste Form ist die Osteochondrose interverbialis, die unter anderem Deformierungen und Ablagerungen (Spondylophyten) an der Wirbelsäule mit sich bringt. Betroffen kann dabei neben der LWS auch die BWS oder die HWS sein. Infolge der Veränderungen verringert sich der Abstand zwischen den Wirbeln. Osteochondrose (auch: Osteochondrosis) ist eine schleichend verlaufende Erkrankung, die hauptsächlich durch Über- und Fehlbelastung verursacht wird. In den meisten Fällen handelt es sich bei der Osteochondrose um einen Teil des „normalen“ Alterungsprozesses, und macht sich nicht durch Schmerzen bemerkbar. Führt die Erkrankung zu Beschwerden, sollte diese dennoch behandelt werden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Formen, die andere Körperregionen betreffen:

Weitere Formen der Osteochondrose

Osteochondrosis dissecans: Bei dieser Form der Osteochondrosis kommt es zu einer langsamen Umwandlung von Knorpel zu Knochen. Während des Prozesses kann es durch mechanische Belastung zum Absplittern von Knorpelteilen kommen, die im Spalt des betroffenen Gelenks hängenbleiben und dort zu Schmerzen führen. Die Erkrankung tritt vor allem im Bereich der Ellenbogen-, Knie- und Sprunggelenke auf. Osteochondrosis pubica: Seltene Form der Osteochondrose, die ziehende Schmerzen im Bereich des Schambeins mit sich bringt. Die Ursachen sind aktuell noch nicht geklärt. Morbus Scheuermann: Erscheinungsform, die vornehmlich zwischen dem 11. und 17. Lebensjahr auftritt. Durch Fehlhaltungen oder schwache Rückenmuskulatur entwickelt die BWS hier einen „Buckel“. Morbus Perthes: Morbus Perthes wird durch Durchblutungsstörungen, Hormonschwankungen oder genetische Faktoren verursacht und betrifft das Hüftgelenk. Typisch sind Schmerzen im Hüftbereich sowie eine Vergrößerung des Hüftkopfes, was zunehmend die Beweglichkeit einschränkt.

Osteochondrose – Ursachen

Der Verschleiß der Wirbelsäule ist im Verlauf eines mittlerweile durchschnittlich 80 Jahre dauernden Menschenlebens ein völlig normaler Prozess. Diese Entwicklung wird jedoch durch zahlreiche Faktoren verstärkt. Vor allem dauerhafte Fehlbelastung, Überlastung oder einseitige Belastung fördern jedoch den Verschleiß der Wirbelsäule. Dadurch nimmt das Volumen der Bandscheiben zusehends ab, sodass diese ihre Pufferfunktion verlieren. In der Folge verringert sich der Abstand zwischen den Wirbelkörpern, was deren Verschleiß beschleunigt und durch die Reizung von Nerven zu Schmerzen führen kann. Auch Schonhaltungen, Bandscheibenvorfälle, Bandscheibenoperationen und Veränderungen der Wirbelsäule wie z.B. Skoliose können die typische Osteochondrose hervorrufen bzw. beschleunigen. Unser moderner Lebens- und Berufsalltag steckt demnach voller Risikofaktoren: Langes und dauerhaftes Sitzen, vor allem in unergonomischer Position. Hohes Risiko besteht z.B. für Büroangestellte und Berufskraftfahrer. Schweres Tragen und Heben (oftmals in ungünstiger Position). Erhöhtes Risiko besteht für Krankenpflegepersonal, Maurer und Möbelpacker. Schlecht trainierte Haltemuskulatur und muskuläre Ungleichgewichte (Dysbalancen). Hohe Belastungen bei Sport- und Extremsportarten, die mit harten Stößen verbunden sind (z.B. Fallschirmspringen, Turnen etc.). Bewegungsmangel und daraus resultierend ein schlechter Ernährungsstatus der Bandscheiben, die über Wechseldruckbelastung ernährt werden. Übergewicht ist eine enorme Belastung sowohl für die Bandscheiben als auch für die Wirbelkörper selbst und erhöht das Risiko für zahlreiche degenerative Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen.

Osteochondrose – Symptome

In den meisten Fällen verläuft die Osteochondrose zunächst völlig ohne Symptome und wird daher oftmals als Zufallsbefund entdeckt. In der Regel kommt es zu sich schleichend verstärkenden Rückenschmerzen im betroffenen Bereich. Diese treten zunächst vorübergehend bei körperlicher Aktivität auf. Vorzugsweise macht sich der Schmerz bei Extrembewegungen bemerkbar. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung nimmt die Intensität zu. Zudem bleiben die Schmerzen dann auch in Ruhe bestehen. In einem solchen Fall diagnostizieren Mediziner eine fortgeschrittene Osteochondrose (erosive Osteochondrose). Der Schmerz selbst wird vor allem durch die Quetschung der Bandscheiben sowie die Neubildung von Knochensubstanz verursacht, wodurch der Wirbelkanal eingeengt wird und die dort verlaufenden Nerven komprimiert werden. Neben Rückenschmerzen treten auch Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen sowie Kribbeln oder Taubheitsgefühle auf. Der Umfang der Symptome hängt ebenfalls davon ab, welcher Wirbelsäulenabschnitt betroffen ist.

Osteochondrose der LWS

Die LWS ist im Alltag mit der größten Belastung konfrontiert. Über- und Fehlbelastung wirken sich auf die Lendenwirbelsäule also besonders stark aus. Dementsprechend kommt es bei der Osteochondrose der LWS besonders oft zur Bildung von kleinen Knochenvorsprüngen, mit denen der Körper versucht, den Druck auszugleichen. Diese Vorsprünge können unter Umständen auf die Spinalnerven oder das Rückenmark drücken und sich durch spezifische Symptome wie in die Beine ausstrahlende Schmerzen bemerkbar machen. Hinzu kommen durch die Wirbelkanalverengung auch neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln und Ameisenlaufen.

Osteochondrose der BWS

Die Brustwirbelsäule ist deutlich seltener von einer merklichen Osteochondrose betroffen als die Lendenwirbelsäule. Anders als bei Osteochondrose der LWS kommt es hier in der Regel nicht zum Ausstrahlen der Schmerzen sowie zu ausstrahlenden neurologischen Symptomen in die Beine. Der Schmerz tritt meist nur im Bereich der betroffenen Wirbelsegmente auf. In einigen Fällen strahlt der Schmerz dem Versorgungsgebiet des gereizten Nervs folgend ringförmig um den Brustkorb aus. Je nachdem, welche Wirbelsegmente betroffen sind, kann der Schmerz auch in die Arme ausstrahlen.

Osteochondrose der HWS

Ist die Halswirbelsäule von einer Osteochondrose betroffen, zeigt sich dies zunächst anhand von Nackenverspannungen und Kopfschmerzen. Anders als bei der Osteochondrose der BWS strahlen die Schmerzen nicht in die Arme oder Beine aus. Darüber hinaus ist in vielen Fällen die Kopfdrehung eingeschränkt, sodass Betroffene die gesamte Schulterpartie drehen müssen. Selten entwickelt sich aus den Beschwerden ein Schiefhals, der Bewegungen des Nackens oft nur unter Schmerzen zulässt.

Osteochondrose – Behandlung

Auch wenn es sich um eine irreversible Erkrankung handelt, heißt das noch lange nicht, dass Du dies „kampflos“ hinnehmen musst. Mit der richtigen Behandlung und ein wenig sportlichem Engagement kannst Du die Osteochondrose in den Griff bekommen und Deine Lebensqualität erhalten und sogar steigern. Du hast es in der Hand!

Schmerzbehandlung

Im Fokus steht zunächst die Schmerzbehandlung. Hier solltest Du nach Möglichkeit immer zuerst zum mildesten Mittel greifen. Ideal ist beispielsweise Wärme, die dafür sorgt, dass sich schmerzhafte Verspannungen lösen. Hier kannst Du sowohl auf Wärmflaschen und Kirschkernkissen als auch auf Wärmepflaster, wärmende Salben und Rotlichtbestrahlung zurückgreifen. Auch Massagen, Strecktherapie und Elektrotherapie können zur Besserung beitragen. Erst in einem zweiten Schritt sollten Medikamente zum Einsatz kommen. Besonders geeignet sind sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen und Diclofenac, die Schmerzen bekämpfen und gleichzeitig Entzündungen lindern. Sind Deine Schmerzen sehr stark, verschafft eine Schmerzmittelinjektion von Deinem Arzt direkt in die betroffene Stelle Linderung.

Rückenschule, Physiotherapie und Sport

Während man bei Rückenleiden früher meist auf lange Ruhezeiten vertraute, weiß man heute, dass Bewegung und Aktivierung für die Genesung deutlich effektiver ist. Durch die Teilnahme an einer Rückenschule lernst Du beispielsweise, wie Du Deinen Rücken im Alltag korrekt belastest und diesen vor Überlastung schützt. Ein erfahrener Physiotherapeut hilft Dir zudem dabei, Deinen Rücken zu mobilisieren und zeigt Dir Übungen, mit denen Du Deine Wirbelsäule stabilisieren kannst. Sport ist im Allgemeinen ein entscheidender Faktor, wenn es um degenerative Wirbelsäulenerkrankungen geht. Immerhin sorgt die sportliche Aktivität für die regelmäßige Wechseldruckbelastung, die für die Ernährung der Bandscheiben so wichtig ist. Mit Hilfe von gelenkschonenden Sportarten wie Radfahren, Nordic Walking, Wandern und Schwimmen hältst Du Deine Bandscheiben elastisch und kräftigst Deine Muskulatur. Mit den folgenden Kräftigungsübungen kannst Du auch im Wohnzimmer etwas für Deinen Rücken tun und den Schmerz besiegen. Kläre aber im Zweifelsfall mit Deinem Arzt ab, ob Du die Übungen problemlos ausführen kannst.

Die Brücke

Lege Dich flach auf den Rücken, winkle Deine Beine an und stelle Deine Füße auf. Drücke Deine Arme mit den Handflächen nach unten auf den Boden, um Deinen Körper zu stabilisieren. Hebe Deine Hüfte an, sodass Dein Oberkörper und Deine Oberschenkel eine gerade Linie bilden. Halte diese Position für 10-15 Sekunden und kehre in die Ausgangsposition zurück. Führe insgesamt fünf bis zehn Wiederholungen aus.

Superman

Lege Dich mit ausgestreckten Armen und Beinen flach auf den Bauch. Hebe nun gleichzeitig Deine Arme und Beine vom Boden ab. Spanne Deine Po- und Rückenmuskulatur an und halte die Position für 10-15 Sekunden. Kehre in die Ausgangsposition zurück und leg eine kurze Pause ein. Auch hier sind fünf bis zehn Durchgänge ausreichend.

Flattermann

Stell Dich mit leicht gebeugten Knien mit dem Rücken an eine Wand. Strecke Deine Arme nach oben aus und führe Deine Schulterblätter zusammen. Ziehe nun Deine Arme, so weit Du kannst, nach unten. Achte darauf, dass Deine Ellenbogen und Handrücken während der gesamten Bewegung an der Wand aufliegen. Führe insgesamt drei Sätze á 10-15 Wiederholungen aus.

Operation bei Osteochondrose

Tritt durch die konservative Behandlung keine Besserung ein, kann ein chirurgischer Eingriff Sinn machen. Im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs entfernt der Chirurg z.B. die kleinen Verknöcherungen im betroffenen Bereich, die für die Schmerzen verantwortlich sind. Nur in seltenen Fällen muss der Chirurg eine Prothese einsetzen.

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