Faszien Schmerzen – Wo haben sie ihren ursprung?

Wusstest Du, dass ein großer Teil aller Schmerzen von unseren Faszien ausgelöst wird? Mediziner schätzen sogar, dass nur 20 Prozent aller Fälle von Rückenschmerzen auf Probleme mit der Wirbelsäule und den Bandscheiben zurückgehen. Demnach gehen bis zu 80 Prozent aller Fälle auf das Konto der Faszien. Das trifft aber nicht nur auf den Rücken zu, sondern auch auf die meisten anderen Bereiche des Körpers. Warum das so ist? Dieser Frage wollen wir nachgehen.

Wie entstehen Faszien Schmerzen?

Ganz einfach: Die Faszien sind wie ein Netz, das Deinen kompletten Körper durchzieht und die verschiedenen Teilbereiche, wie eine Funktionseinheit miteinander verbindet. Sie verleihen unserem Körper Stabilität und darüber hinaus die notwendige Spannung, damit wir uns überhaupt kontrolliert bewegen können. Gleichzeitig sind unsere Faszien aber auch ein riesiges Sinnesorgan, das sehr empfindlich für Störungen ist. Werden Deine Faszien nun verletzt, überlastet oder stark gereizt, nehmen diese Schaden. Sie verspannen sich, verkleben oder bilden sogar kleine Risse im Gewebe aus. All das nehmen wir in unterschiedlichen Ausprägungen und Intensitätsgraden als Schmerzen wahr. Ob Faszien-Schmerzen im Oberschenkel, im Rücken oder am Fuß – die Ursachen sind in der Regel die gleichen. Und zwar Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, Überlastung und Stress.

Die Symptome – So kannst Du die Faszien als Übeltäter identifizieren

Der mit Abstand problematischste Faktor in Sachen Faszien-Schmerzen ist die Tatsache, dass die Faszien unseren Körper wie eine Hülle umspannen. Das bedeutet, dass Faszien-Schmerzen nicht unbedingt dort auftreten müssen, wo sie ihren Ursprung haben. Durch die Verbindungen der langen Faszienketten kann es sein, dass sich eine Fußproblematik anhand von Faszien-Schmerzen am Oberschenkel oder eine Faszienproblematik im unteren Rücken anhand von Nacken- und Schulterbeschwerden zeigt. Das führt leider oft zu Fehldiagnosen oder gar keiner Diagnose beim Arzt, da in der Schmerzregion kein Auslöser für den Schmerz gefunden werden kann. Umso wichtiger ist es, dass Du die typischen Begleitsymptome für Faszien-Schmerzen kennst. Häufig kannst du anhand der folgenden sechs Symptome erkennen, ob die Ursache im Bereich Deiner Faszien zu suchen ist. Mit diesem Wissen kannst Du selbst mit Hilfe der entsprechenden Übungen gegensteuern und gibst Deinem Arzt bzw. Physiotherapeuten zudem wertvolle Hinweise.

1. Einseitige Beschwerden

Da Faszien wie Bahnen in Form von Ketten durch den Körper verlaufen, breiten sich Schmerzen oft entlang dieser Bahnen aus. In der Regel handelt es sich um „longitual“ verlaufende Bahnen, die sich vertikal von Kopf bis Fuß erstrecken. Dementsprechend sind einseitig auftretende Beschwerden ein klarer Indikator für ein Faszien-Problem. Nicht selten äußert sich eine Faszien-Problematik der rechten Wade z.B. anhand von Faszien-Schmerzen am rechten Oberschenkel. In einigen Fällen können die Probleme aber auch überkreuz auftreten. Das ist z.B. dann der Fall, wenn eine einseitige Fehlhaltung kompensiert wird und es dadurch zu Problemen auf der spiegelbildlichen Körperseite kommt.

2. Strecken und Bewegungen fallen schwer

Haben Schmerzen bzw. Beschwerden ihren Ursprung in den Faszien, gehen diese häufig auf Verklebungen, Verfilzungen und Versteifungen zurück. Das wiederum führt dazu, dass sich Deine Bewegungen steif anfühlen und Du Dich beim Durchbewegen wie in einem zu engen Kleidungsstück gefangen fühlst. In einigen Fällen kommt auch das Gefühl dazu, nicht genug Kraft für gewisse Bewegungen zu haben.

3. Großflächige FaszienSchmerzen

Während einige mögliche Schmerzursachen, wie z.B. Gelenkverletzungen eher einen punktuellen Schmerzreiz auslösen, ist das bei Faszienschmerzen meist anders. In der Regel gehört hier ein relativ großflächiges Schmerzareal zu den markanten Symptomen. Das heißt jedoch nicht, dass Faszien Schmerzen nicht auch punktuell auftreten können. Oftmals treten diese punktuell an besonders hartnäckig verklebten oder entzündeten Punkten auf.

4. Unklarer Schmerz

Ebenso wie großflächige Schmerzen sind auch unklare Schmerzen kein zu 100 Prozent sicheres Identifikationskriterium für Faszien-Schmerzen. Allerdings kommt es bei Schmerzen, die durch die Faszien verursacht werden, häufig dazu, dass sich der Schmerz sogar wandelt und gar nicht genau beschrieben werden kann. Mal ist es wie ein Drücken. Mal ist der Schmerz großflächig brennend. In anderen Fällen fühlt es sich eher pochend oder gar wie ein unterschwelliges Kitzeln in der Muskulatur an. Auch die Stelle, an der Du die Schmerzen wahrnimmst, können sich bei Faszien Schmerzen mit der Zeit ebenso ändern wie die Intensität.

5. Schmerzen reduzieren sich durch Bewegung

Durch Bewegungsmangel kommt es zu hartnäckigen Verklebungen der Faszien und daraus resultierenden Schmerzen. Handelt es sich um nicht allzu hartnäckige Verklebungen, können sich diese mit der Zeit durch Bewegung zumindest teilweise lösen. Mit der Bewegung verschwindet der Schmerz zeitweise oder verringert sich zumindest. Typischerweise kehren die Schmerzen aber in gewohnter Stärke zurück, sobald Du Dich wiederum längere Zeit nicht bewegt hast. Bei bereits sehr lange bestehenden Faszienverklebungen, die extrem verhärtet sind, ist die Linderung durch Bewegung nur noch gering.

6. Symptome treten einige Zeit nach Verletzung auf

Ein weiteres typisches Symptom klassischer Faszien-Schmerzen tritt im Nachgang von Verletzungen auf. Dazu zählen neben Unfällen auch Narben, die nach Operationen verbleiben. Stell Dir vor, Du verletzt Dich beim Sport am Sprunggelenk und einige Monate später spürst du Schmerzen an der Außenseite des Knies, ohne dass eine Knieverletzung vorliegt. In einem solchen Fall kann die ursprüngliche Verletzung am Sprunggelenk zu einer Überlastung bzw. Fehlbelastung des gesamten Faszienstrangs führen. Diese wiederum tritt an anderer Stelle zutage. Wenn Du also vor ein paar Monaten eine Verletzung hattest und nun Schmerzen entlang des „longitualen“ Verlaufs der betreffenden Faszie verspürst, kann es sich um typische Faszien-Schmerzen handeln. Ebenfalls verbreitet sind Narben als Ursache für Faszien-Schmerzen, da diese den Verlauf, die Beweglichkeit und die Struktur der Faszien stören. Nicht umsonst spüren beispielsweise junge Mütter häufig Monate nach einem Kaiserschnitt Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule.

Faszien Schmerzen – Was tun?

Faszien Schmerzen beeinträchtigen dich nicht nur im Sport sondern werden auch schnell im Alltag zum Problem. Da alle Körperbereiche durch die myofaszialen Linien miteinander verbunden sind, ist es oft schwierig Beschwerden beziehungsweise das Schmerzzentrum genau zu lokalisieren. Das hieraus resultierende Problem ist, dass Schmerzen in einer Region des Körpers einen ganz anderen Ursprung haben können. Es ist also möglich, dass Nackenschmerzen durch eine Fehlstellung der Füße hervorgerufen werden und durch das Tragen von ortophädischen Einlagen nachlassen. Um die Schmerzen zu beseitigen, ist es notwendig, die Verbindungslinien des Körpers zu betrachten und ganzheitlich vorzugehen. Wer langfristig schmerzfrei leben möchte, kommt nicht daran vorbei, alle Regionen entlang der betroffenen Verbindungslinie zu behandeln. Um die Verbindungslinie zu identifizieren und den Ursprung der Faszien Schmerzen zu eruieren, ist es wichtig, dass Sie in sich hineinfühlen und hören. Was fällt Ihnen auf, womit haben Sie zu kämpfen? Sitzen Sie regelmäßig gebückt, laufen Sie Ihre Schuhe schräg ab oder knirschen Sie nachts mit den Zähnen? All das können Ursachen für Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen sein.

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Du wirst merken, dass sich fasziale Verklebungen im Bereich des Rückens, der Brust, der Beine und der Füße bereits nach der ersten Trainingseinheit lösen. Allerdings wirst Du langfristigen Erfolg ebenso wie beim Muskeltraining lediglich durch regelmäßiges Faszientraining erreichen. Ein bis zweimal pro Woche solltest Du Faszienrollen und Bälle einsetzen. Und nun bist Du am Zug, denn mit Hilfe derart einfacher Hilfsmittel hast Du es selbst in der Hand, etliche Faszien Schmerzen in den Griff zu bekommen. Gerne helfen wir dir beim Training und bei der Auswahl der richtigen Faszienrolle.

Hier findest du Informationen zum Thema Faszientherapie

Faszien Entzündung – Symptome, auf die du achten solltest

Schmerzen sind nicht immer mit einer Faszien Entzündung gleichzusetzen. Eine Besonderheit an dieser Art der Entzündung sind zusätzliche Entzündungssymptome. In erster Linie steht der Schmerz (lat. dolor). Dieser wird häufig als brennend beschrieben und entsteht dadurch, dass die defekten Zellen das Hormon Histamin freigeben. Abhängig von der Position der Faszien Entzündung ist diese auch druckschmerzhaft.Histamin ist auch für das charakteristische Brennen verantwortlich, das auf der Haut beim Kontakt mit den Brennhaaren der Brennnesseln entsteht. Häufig zeigen sich weitere Entzündungszeichen wie eine Rötung (lat. rubor) und die Überwärmung (lat. calor) der betreffenden Hautpartie. Beides geht auf eine verstärkte Durchblutung der entzündeten Region zurück. Ergänzt wird die Symptomatik durch ein weiteres Entzündungszeichen, die Schwellung (lat. tumor). Aus den vier vorangegangenen Entzündungszeichen ergibt sich eine Bewegungseinschränkung (lat. functio laesa) und damit das fünfte Kardinalsymptom für eine Faszienentzündung.

Leide ich an einer Faszien Entzündung?

Um herauszufinden, ob Du an einer Faszienentzündung laborierst, musst Du sehr genau in Deinen Körper hineinhören. Dazu gehst Du am besten nach dem folgenden Schema vor:

1. Durchleuchte zunächst Dein Leben nach möglichen Ursachen für Deine Beschwerden. Sei es nun Bewegungsmangel, einseitige Überlastung beim Sport, massiver Dauerstress oder eine zurückliegende Verletzung.

2. Gehe die Checkliste mit den typischen Symptomen für Faszien Schmerzen durch. So kannst Du Rückschlüsse ziehen, ob die Ursache für Deine Beschwerden wirklich auf eine Faszien-Problematik zurückzuführen ist. Je mehr Punkte Du bejahen kannst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit.

3. Nun gilt es herauszufinden, ob die Schmerzen von einer Faszien-Entzündung verursacht werden. Treten gemeinsam mit den Schmerz-Symptomen mehrere Entzündungszeichen auf, spricht vieles für eine Faszien Entzündung.

4. Mit diesem Wissen kannst Du das Problem in die Hand nehmen, indem Du die Entzündung mit entsprechenden entzündungshemmenden Medikamenten in den Griff bekommst und gleichzeitig die Faszienproblematik löst. Wie genau das beispielsweise mit dem Massageball, der Faszienrolle und dem Massagestab funktioniert, erfährst Du in unseren Artikeln zu den Themen Faszientraining und Triggerpunktmassage.

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Schmerzen? Verklebte Faszien können der Grund sein

Verklebte Faszien, die sehr häufig für Verspannungen und Verkrampfungen verantwortlich sind, lassen sich mit durch Faszientraining effektiv behandeln. Mittlerweile ist sogar bekannt, dass ein Großteil der Schmerzen, wie beispielsweise Schulter- und Rückenschmerzen ihre Ursache nicht in Wirbeschäden haben, sondern auf Faszien zurück zu führen sind. Nach neuen Studienergebnissen sind unsere Faszien sogar stärker am Muskelkater beteiligt, als erwartet. Denn das Fasziensystem reagiert hervorragend auf Druck und Dehnung und lässt sich mit den richtigen Übungen und Faszientools lösen.

Wie kommen verklebte faszien zustande?

Du hast häufiger Rückeschmerzen? Du bist nicht mehr so beweglich wie früher? Du kannst beim Sport nicht Deine volle Leistungsfähigkeit abrufen? Die Ursache ist oft die gleiche: verklebte Faszien. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn wir von verklebten Faszien sprechen? Wo liegen die Ursachen für solche Verklebungen im Fasziengewebe? Und was noch viel wichtiger ist: Was kann ich selbst dagegen unternehmen? All diese Fragen möchten wir Dir im folgenden Ratgeber beantworten. Aus evolutionärer Sicht sind wir Menschen Kletterer und Langstreckenläufer. So, und jetzt überleg einmal, wie oft Du am Tag irgendwo herumkraxelst und welche Wege Du wirklich noch mit Muskelkraft zurücklegst. Das Ergebnis ist höchstwahrscheinlich ziemlich ernüchternd und deckt gleich den Hauptgrund auf, warum Faszien verkleben. Die Ursache ist unser moderner Lebensstil, der so gar nicht dem entspricht, wofür unser Bewegungsapparat ausgelegt ist. Bedingt durch Bewegungsmangel, einseitige Bewegungsmuster und das lange Verharren in ungesunden Zwangshaltungen passt sich unser Fasziengewebe an diese Beanspruchung bzw. Nicht-Beanspruchung an. In der Folge kommt es im Gewebe zu Verfilzungen. Diese wiederum sorgen dafür, dass sich die Reibung zwischen einzelnen Fasziensträngen weiter erhöht. Kommt nun auch noch Bewegungsmangel hinzu, sorgt die sozusagen aufgeraute Oberfläche dafür, dass die Faszien zusammenkleben. Die daraus resultierenden Schmerzen und Schonhaltungen setzen in der Folge einen Teufelskreis in Gang, da so weitere Bereiche der Faszienhülle überlastet oder falsch belastet werden und damit ebenfalls zum Verfilzen und Verkleben neigen. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Ursachen und Risikofaktoren für verklebte Faszien. Dabei sind dynamische, weiche Dehn- und Sprungübungen und das regelmäßiges, richtig durchgeführtes Faszientraining mit Faszienrollen oder Faszienbällen optimal. Gleichermaßen eignen sich Trainingsmethoden wie Tai Chi, Pilates und Yoga. Regelmäßiges Faszientraining kann gewährleisten, dass die verklebten Faszien (Bindegewebszellen) dazu angeregt werden, alte Kollagenfasern durch neue zu ersetzen. Erreicht wird dabei eine bessere Durchblutung des gesamten Körpers, der auf diesem Weg optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Ihr Körper wird geschmeidiger. Ein gesundes Bindegewebe fördert die Regeneration und reduziert Faszien Schmerzen nach intensiven Belastungen.
Die ersten Trainingseinheiten sind unter Umständen etwas schmerzhaft, da sich das überanspruchte Bindegewebe zunächst an den Druck gewöhnen muss. Nimmt der Druck auf die Faszien wieder ab, füllt sich das Bindegewebe wie ein Schwamm mit Wasser, was die Neubildung von Kollagenfasern begünstigt. Es ist ratsam das Faszientraining in regelmäßigen Zeitabständen durchzuführen, denn das Gewebe stellt sich nur langsam auf die Veränderungen ein. Bereits zwei Einheiten in der Woche mit einer Dauer von je 10 Minuten reichen aus, um verklebte Faszien optimal zu stimulieren. Sie sollten anfangs wenig Druck ausüben und die Intensität dann langsam steigern. Vor und nach den Übungseinheiten sollten Sie darauf achten, Ihrem Körper ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen.
Je weniger verklebte Faszien, desto besser funktionieren auch Kraftübertragung und Kraftentwicklung. Bewegungen laufen geschmeidiger, Verspannungen lösen sich und mit der Zeit verschwinden auch die Faszien Schmerzen. Keep on Rollin’ !

Dazu kommt, dass unser Bindegewebe mit zunehmendem Alter die Fähigkeit verliert, Wasser zu speichern. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Bandscheiben und das Risiko für degenerative Rückenbeschwerden, sondern betrifft auch unsere Faszien. Durch den Wasserverlust wird der faserige Anteil im Gewebe stetig größer. Aus dem geschmeidigen Fasziengewebe entwickelt sich so mit der Zeit ein immer festeres und unflexibleres Gewebe mit einem hohen Anteil an Kollagenfasern. Und als wäre das noch nicht genug, verändert sich in höherem Alter auch noch die Faszienstruktur, sodass diese teilweise miteinander verwachsen. Das Resultat sind die bekannten Bewegungseinschränkungen und Bewegungsschmerzen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass das regelmäßige Faszientraining mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.

Lymphstau sorgt für Faszienverklebungen

Eine weitere Ursache für verklebte Faszien ist ein Lymphstau im Bindegewebe. Die Lymphgefäße haben unter anderem die Aufgabe, Zellen mit Nährstoffen zu versorgen und Schadstoffe aus den Zellen abzutransportieren. Damit das reibungslos funktioniert, ist das Lymphsystem auf Muskelbewegungen angewiesen. Sind die Muskeln dauerhaft verspannt, fehlbelastet oder zu wenig aktiv, kann der Körper die Lymphgefäße nicht richtig aktivieren. In der Folge staut sich dort die Lymphe. Ist das der Fall, wird das in der Lymphe enthaltene Glykoprotein Fibrinogens zu Fibrinum umgewandelt. Und dabei handelt es sich ausgerechnet um einen der körpereigenen Klebstoffe, die bei Verletzungen zum Einsatz kommen, um eine Wunde zu schließen. Das Resultat kannst Du Dir vorstellen: Die Faszien verkleben.

faszien schmerzen schulter
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Häufige bereiche für verklebte Faszien

In Anbetracht der umfassenden Präsenz von Faszien und deren Funktionen kannst Du Dir vorstellen, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, wenn diese verkleben und damit unbeweglich werden. Was aber ist denn nun genau mit dem „Verkleben“ gemeint und wie kann das passieren? Verklebte Faszien treten insbesondere in den Körperbereichen auf, die durch unseren modernen Lebensstil besonders stark beeinträchtigt sind. Das betrifft vor allem den Rücken bzw. den gesamten Faszienstrang, der sich vom Nacken über den Po bis hinunter zu den Waden zieht. Immerhin sind diese Bereiche samt der Muskulatur durch viel zu langes Sitzen verkümmert bzw. überlastet. Besonders häufig entstehen Schmerzpunkte durch verklebte Faszien daher im Nacken, zwischen den Schulterblättern und im Bereich des Übergangs zwischen dem hinteren Oberschenkel und der Gesäß-Muskulatur. Da das Fasziengewebe den Körper wie eine zweite Haut durchzieht und damit viele Faszien miteinander in Verbindung stehen, können sich lokale Faszienveränderungen aber auch an ganz anderen Körperstellen zeigen. Verklebungen im oberen Rücken bewirken nicht selten Spannungsgefühle in der Wade. Umgekehrt können starke, durch das Dauersitzen bedingte Verfilzungen im Gesäßbereich zu Nackenschmerzen führen.

Verklebte Faszien müssen nicht sein. Immerhin liegen die meisten Ursachen schlicht in einem suboptimalen Lebensstil begründet. Und selbst den Folgen des Alters kannst Du mit den richtigen Maßnahmen ein Schnippchen schlagen. Mit den folgenden Alltagstipps kannst Du den Zustand Deiner Faszien jedoch deutlich verbessern:

  • Reduziere die Menge der säurebildenden Lebensmittel in Deiner Ernährung bzw. erhöhe den Anteil der basischen Lebensmittel drastisch
  • Versorge Deinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit. 2-3 Liter Wasser sollten es pro Tag schon sein. Aber Achtung: Zuckerhaltige Getränke zählen nicht zu dieser Menge dazu, da es sich um Säurebildner handelt
  • Die ergänzende Zufuhr von OPC DIE und Organischem Silizium kann die Regeneration des Fasziengewebes zusätzlich unterstützen
  • Aktiviere und lockere Deine Faszien durch eine regelmäßige und gezielte Faszienmassage. In unserem Shop findest Du mit verschiedenen Faszienrollen und Faszienbällen alles, was Du für die Faszienmassage brauchst
  • Führe regelmäßiges gezieltes Faszientraining durch. Ideal sind neben Faszien Yoga auch Tai Chi und Qi Gong. Wenn Du beispielsweise ohnehin Krafttraining betreibst, kannst Du auch das sogenannte FST-7 Training (Fascia Stretch Training) ausprobieren
  • Bewege Dich im Alltag möglichst viel. Stehe häufiger von Deinem Arbeitsplatz auf, nimm für kurze Strecken das Fahrrad, nutze die Mittagspause für einen Spaziergang oder führe nach jedem Arbeitstag einen kurzen Bewegungszirkel aus. Wichtig ist außerdem, dass Du alle Gelenke jeden Tag mindestens 3-5-mal im Rahmen des vollen Bewegungsumfangs durchbewegst
  • Reduziere Stress, indem Du für Ausgleich sorgst. Nimm Dir Zeit für Dich und genieße die schönen Dinge im Leben

Tipp: Einfach mal Smartphone abschalten und entspannen

Verklebte Faszien erkennen: Das sind die typischen Symptome

Bevor Du Dich daran machst, eine Faszienverklebung lösen zu wollen, solltest Du zunächst sichergehen, dass es sich auch um verklebte Faszien handelt. Zum Glück kannst Du aber relativ leicht Rückschlüsse darauf ziehen, indem Du aufmerksam in Deinen Körper hineinhörst. Eines der Hauptsymptome für verklebte Faszien sind relativ unspezifische Schmerzen, die in der Regel dort auftreten, wo die Muskulatur verklebt ist. Problematisch ist jedoch, dass der von verklebten Faszien ausgehende Schmerz ausstrahlen kann. Hintergrund ist, dass sich Faszienstränge in der Regel wie ein vertikales Band entlang der Körperachse ziehen. Eine Faszienverklebung im Bereich des unteren Rückens kann also auch Schmerzen im Bereich des oberen Rückens oder in Deinem Nacken hervorrufen. Ebenso können Verklebungen im Bereich der Wade Schmerzen im Kniegelenk auslösen. Umso wichtiger, dass Du auf weitere Symptome achtest: · Lokale Verhärtungen: Im Zusammenhang mit verklebten Faszien verhärten sich Teile des Gewebes zu sogenannten Triggerpunkten. Diese kannst Du deutlich ertasten. · Druckschmerzhafte Stellen: In vielen Fällen bleibt es nicht bloß bei tastbaren Triggerpunkten. Diese sind häufig druckschmerzhaft. Je nach Verhärtungsgrad können die Schmerzen sogar scharf und ausstrahlend ausfallen. · Bewegungseinschränkungen: Durch die physische Verklebung der Faszien ist der natürliche Bewegungsradius der Muskulatur eingeschränkt. Dadurch entsteht ein Gefühl, als hättest Du beispielsweise eine viel zu kleine Lederjacke an. Dementsprechend sind Bewegungen wie Strecken und beugen häufig unangenehm.

Warum die ganze Vorrede? Ganz einfach: Hast Du durch eine Verletzung eine Fehlhaltung, die Du nicht in den Griff bekommst, entwickeln sich daraus oft verklebte Faszien. Die umgangssprachliche Verspannung sorgt dafür, dass die Spannung in Deiner Muskulatur dauerhaft hoch ist.

Da sich die Muskulatur nicht mehr wirklich entspannen kann, verhärtet sie sich mit der Zeit. Das wiederum führt dazu, dass der Lymphfluss zwischen Faszie und Muskelgewebe gestört wird. Abhängig von der Intensität der Verspannung ist der Lymphfluss stärker oder weniger stark beeinträchtigt. Somit kann der Organismus z.B. Stoffwechselabbauprodukte nicht mehr adäquat aus der Muskulatur abtransportieren.

Stattdessen verbleiben die Stoffe zwischen Muskel und Faszie, sodass sich auch die Konsistenz der Lymphe verändert. Stell es Dir vor wie den Unterschied zwischen warmem dünnflüssigem Honig und einem Honig, der mit der Zeit Wasser verliert und auskristallisiert. In der Folge können die Muskeln nicht mehr richtig aneinander vorbleigleiten, sondern verkleben zunehmend. Je länger dieser Zustand anhält, desto intensiver „verbacken“ die Faszien miteinander.

Sind meine Faszien verklebt?

Ähnlich wie eine Muskelverspannung erkennst Du verklebte Faszien auch anhand von Spannungsschmerzen. Diese treten meist an der Stelle auf, an denen sich auch konkret die Verklebung befindet. Zudem kannst Du die Verklebung, die nahezu immer in Verbindung mit einer Verspannung auftritt, leicht ertasten.

Das Gewebe fühlt sich an dieser Stelle deutlich härter an als die umgebenden Muskelstränge. Zudem ist es in der Regel druckschmerzhaft, wobei sich zum Teil hartnäckige Triggerpunkte mit recht hoher Schmerzintensität herauskristallisieren. Wenn Du das erste Mal eine Faszienrolle verwendest, um eine solche Verspannung bzw. Muskelverklebung zu lösen, merkst Du beim Rollen regelrecht, wie einzelne Muskelstränge unter dem Druck von Faszienrolle und Körpergewicht hin und her springen, anstatt zu gleiten.

Das ist ebenfalls ein markantes Zeichen für eine Muskelverklebung. Darüber hinaus äußern sich verklebte Muskeln anhand eines Spannungsgefühls bei Bewegungen, das häufig von Bewegungseinschränkungen begleitet wird. Stell es Dir vor, als würdest Du Dich in einer viel zu engen Jacke bewegen wollen.

Welche Folgen haben verklebte Faszien?

Sobald Du die oben genannten Symptome bei Dir feststellst, solltest Du handeln. Tust Du es nicht, wird die Situation von allein nicht besser, sondern verschlimmert sich zunehmend. Durch den weiterhin gestörten Lymphfluss verbacken Faszien und Muskulatur weiter in dieser Haltung. Da die Muskulatur nicht ausreichend durchbewegt wird, verkürzt sich die Muskulatur mit der Zeit, was die schmerzhafte Fehlhaltung weiter „zementiert“.

Aus einer einfachen Muskelverspannung kann sich im Handumdrehen damit eine echte Fehlhaltung entwickeln, die beispielsweise zu verfrühter Abnutzung Deiner Wirbelsäule und Gelenkschäden führen kann. Begleitet werden diese „verbackenen“ Fehlhaltungen in der Regel durch ein sogenanntes Myofasziales Schmerzsyndrom.

Fasziale Verklebungen lösen mit Faszienrolle und Faszienball

Verklebte Faszien lösen sich in der Regel nicht spontan von allein. Um Faszienverklebungen zu lösen, bedarf es meist einer mechanischen Manipulation. Mit Hilfe von hochwertigen Faszienrollen und Faszienbällen kannst Du selbst mit relativ wenig Aufwand fasziale Verklebungen lösen und verklebte Muskeln lockern. Im Folgenden möchten wir Dir aus dem Kosmos der zahlreichen möglichen Übungen einige der besten Übungen vorstellen, mit denen Du verklebte Faszien in der Wade, den Oberschenkeln, im Rücken und der Brust selbst lösen kannst.

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